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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1927-01-01 · 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927 · p. Seite 123

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
Date
1927-01-01
Page
Seite 123 (sequence 165)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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Jabotinsky Es geht nicht an, daß wir, wenn wir vor Fremden sprechen, unsere Industrie loben, daß wir aber die Memoranden, die wir von diesen unseren Industrie-Pionieren erhalten, einfach unberücksichtigt lassen. Sie wissen, meine Damen und Herren, der Protektionismus besteht nicht immer in hohem Zolle. Manchmal fordert er die Abschaffung des Zolles. Die englische Kegierung hat nie etwas getan, um die Konkurrenz der großen Industrieländer, welche Palästina mit billiger Ware überfluten, zu hemmen. Ein Land gibt es aber, wo die jüdische Industrie einen Absatz gefunden hat: das ist Syrien. Und die englische Kegierung ist eben jetzt im Begriffe, einen Vertrag mit der syrischen Regierung zu machen. Sie erhofft sich daraus einen Gewinn von 50.000 Pfund jährlich Zoll. Unsere Industriellen berechnen ihn bloß mit 20.000 Pfund. Aber die Folgen dieses Vertrages, wie sie dieses Dokument darstellt, bilden eine schreckliche Drohung gerade gegen die beste unserer Industrien, die Textilindustrie, auf die wir in Palästina wahrlich stolz sein können. Auch die Leder-, Oel- und Zementindustrie fühlen sich durch diesen Vertrag bedroht. Ihre Existenz beruht zu 27 bis 100 Prozent auf dem Absatz nach Syrien. Es gibt Textilfabriken, die vor einigen Monaten Maschinen in Palästina bestellt haben. Die Ordres wurden aber storniert, weil die Industrie nicht weiß, ob sie weiter existieren wird. Es gibt Industrien, welche ihre Produktion schon auf 30 Prozent herabgesetzt haben. Es gibt schon Industrien, die davon sprechen, die Fabriken in Palästina zu schließen und sie nach Syrien zu verlegen. Ich werde der politischen Komission raten, daß sie die Sachverständigen, die Vertreter der palästinensischen Industrien, welche in Basel oder in der Nähe weilen, zu sich beruft und sie anhört. Ich frage Sie: Wo ist der Beweis, daß dies die letzte Surprise ist, wenn die Sache in diesem Geiste geführt wird? Wenn man auch Geld, viel Geld nach Palästina bringt, wo ist der Beweis, daß dieses Geld Nutzen bringen wird? Man schafft mit dem Geld eine neue Produktion; wenn aber diese bedroht wird, ja wenn sogar die älteren Fabriken in ihrem Wesen erschüttert sind, dann ist das doch die Geschichte des Danaidenfasses: man schüttet Gold in ein Faß, und es verschwindet durch ein Loch im Boden. Nach dieser Frage muß ich mit kurzen Worten etwas anderes, mir sehr unangenehmes, erwähnen. Es ist die Ihnen bekannte Stellung des Waad Leumi bezüglich der Frage des Schutzes der öffentlichen Ordnung in Palästina. Wie bekannt, hat man die eigentlichen englischen Truppen fast zur Gänze aus Palästina zurückgezogen. In der Polizei sind 245, im Grenzkorps 31 Engländer zurückgeblieben. Die beiden 123

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