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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1927-01-01 · 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927 · p. Seite 113

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
Date
1927-01-01
Page
Seite 113 (sequence 155)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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Grünbaum in einem solchen Falle und auf diese Weise desavouiert hätte. Das war der erste ungeheuer hohe Preis, der für eine Zustimmung zur Entsendung einer Kommission gezahlt worden ist. Noch ein anderer hoher Preis ist gezahlt worden. Der Zionismus in Amerika wie in jedem anderen Lande wird von einer Generation getragen, die faktisch und geistig mit den Volksmassen verbunden war, von Menschen, die den Kampf gegen den aufgeklärten Absolutismus der Eeichen und Notabeln führten. Zwanzig Jahre und mehr dauerte dieser Kampf in Amerika. Lipsky und andere haben in ihren Jugendjahren gegen das American Jewish Committee geschrieben, das von diesen nichtzionistischen Kreisen geführt wird. Oft ist es sogar gelungen, den Gegner zu zwingen, in entscheidenden Augenblicken den Willen der Zionisten zu tun. Präsident Weizmann hat aber im Namen der Zionistischen Organisation Marshall alsdenFührerdesjüdisehenVolkesinAmerika anerkannt und damit den langjährigen Kampf desavouiert, der von unseren Freunden eine Generation hindurch geführt worden ist. Das ist gesellschaftlich und national eine Todsünde. Ich habe schon einmal in diesem Zusammenhange gesagt, daß Präsident Weizmann eine Penelopearbeit verrichtet. Er kommt nach Amerika, ordnet und schafft, geht weg, und alles wird zerstört und zerrissen. Das tun nicht die Menschen, sondern es wird von der Entwicklung der Dinge in Amerika bestimmt. Marshall und seine Freunde wollen zum Beispiel den Kampf gegen die rumänischen Pogrome von hinten herum, von Ohr zu Ohr führen, die Zionisten tun es öffentlich vor der ganzen Welt. Marshall will nicht, daß ein jüdischer Kongreß und eine freie jüdische Tribüne in Amerika vorhanden sei, von welcher ein mutiges jüdischnationales Wort ertönt; die Zionisten halten diese Tribüne für eine Notwendigkeit und geben sie unter keinen Umständen auf. Marshall will nicht, daß die Amerikaner mit den europäischen Juden zusammengehen und mit ihnen zusammen den Kampf für Eecht und Gerechtigkeit führen. Unsere Freunde tun es aber, gehen zu einem Kongreß für die Eechte der jüdischen Minderheiten in Europa und schaffen eine gemeinsame Organisation zu diesem Zwecke. Den Aufbau von Erez Israel kann man nicht aus dem ganzen Komplex der jüdischen nationalen Fragen herausreißen. Das wird niemals gelingen, wenn man auch alles auf diesem Altar opfern wird. Die Gegensätze auf dem Gebiete des jüdischen Lebens werden jenen Frieden, den wir so teuer erkauft haben, zerstören müssen. 8 113

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