Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 107 (sequence 149)
- Language
- German, English, Hebrew
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Kaznelson Amerika. Zu der Zeit, da die Arbeiter in Sorgen versinken und zwischen Hoffnung und Verzweiflung schwanken, hat man es dort für richtig gefunden, das Land zu verleumden und Lügen über uns zu verbreiten. (Pfuirufe.) Und das tat keine gewöhnliche Zeitung, sondern das offizielle Organ der Zionistischen Organisation in Amerika. (Pfuirufe.) Und als wir sie überzeugt hatten, daß sie Lügen verbreiten, haben sie nichts zurückgezogen, sich nicht entschuldigt und vermieden eine klare Antwort. Wenn schon zurückgekommene Touristen wie die Meraglim Verleumdungen über uns verbreiteten, war es doch Pflicht der zionistischen Zeitungen, für uns einzutreten und die zionistische Arbeit von dieser Vergiftung zu retten. Aber sie dachten anders, und die Führer und die Journalisten benützen diese Beschuldigungen. Wißt Ihr denn, daß wir auch in diesem Jahre in Erez Israel wieder gegen die „Efficiency" gesündigt haben? Habt Ihr von der neuen Ansiedlung vernommen? Ihr seid den billigen Weg der Arbeitslosenunterstützung gegangen, einen Weg, der uns sehr teuer zu stehen kam. Glaubt nicht, daß der Kampf, der im Zionismus geführt wird, nur ein Kampf zwischen den Arbeitern und ihren Feinden ist! Es ist ein Kampf zwischen Sterilität und Schaffenskraft. Das ist eine alte Wahrheit. Es gab stets ein Element im Zionismus, das in der Unfähigkeit Wirtschaft sah — seit den Tagen der Parole „echt kaufmännisch" in der Zeit David Wolffsohns über Simon und De Lieme bis auf den heutigen Tag. Sehet aber, welche Leistungen trotzdem in Erez Israel vollbracht wurden! Sie wurden gerade von denjenigen vollbracht, welche sich nicht durch besondere „kaufmännische" Fähigkeiten auszeichneten. Ihr Anhänger der Efficiency, wäre es nicht würdiger, daß ihr zuerst Efficiency in der zionistischen Arbeit eurer Länder einführet, ehe ihr uns Efficiency in Erez Israel predigt? Ihr gebt die Parole „Fachmänner" aus — warum aber habt ihr Euppin entfernt? Vielleicht aus zu großer Hochachtung vor fachmännischen Kenntnissen? Oder bestätigt sich bei euch, daß „Jeder in Israel Geborene ein Sachkundiger ist"? Und nun Eure Heuchelei gegenüber der tiefsten Grundlage des lebendigen Zionismus, gegenüber der Chaluzbewegung! Wie wird die Zukunft der jungen Chaluzim in der Gallith sein, dieser Jugend, die für Erez Israel erzogen wurde. Es gibt in Erez Israel viele Kibbuzim, die mit ihren Brüdern in der Galuth verbunden sind, welche sich vorbereiten und sich danach sehnen, zu jeder Zeit nach Erez Israel zu kommen. Aber die Ohren der zionistischen Führer sind taub für diesen Ruf. 107