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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1927-01-01 · 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927 · p. Seite 105

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
Date
1927-01-01
Page
Seite 105 (sequence 147)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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Wise, Kaznelson Augenblick der Eröffnung des Kongresses, hat mich ein Gefühl der Fremdheit ergriffen. Können und dürfen wir denn in dieser Stunde so „zierlich und manierlich" reden, erlaubt es denn die Lage des Judentums, Erez Israels und der zionistischen Bewegung? Es darf nicht geschehen, daß man auf diesem Kongreß nicht die Wahrheit über die schwere Lage hört, in der wir in den letzten Jahren arbeiten. Ich werde zuerst kurz über die politische Lage sprechen, obwohl die politische Tätigkeit heute nicht im Zentrum unseres Interesses steht. Aber seit den Tagen, da Herzl unsere Bewegung zu einer politischen Bewegung machte, hat diese nicht aufgehört und wird nicht aufhören, eine solche zu sein. Die politische Lage im Lande ist heute durchaus nicht befriedigend. Vor allem: die Frage der Sicherheit, die Lage im Emek, unsere Stellung zur Grenztruppe, das erschütternde Ereignis des Selbstmordes des jüdischen Polizisten Jakob Kimmeldorf — das alles öffnet uns die Augen zur Erkenntnis unserer Lage. In der palästinensischen Verwaltung haben wir noch viele erbitterte Feinde, das zeigt uns die Angelegenheit Mills- Bustani und die Berufung Eichmonds. Was den Stand der Industrie betrifft, genügt es, an den Vertrag zwischen Erez Israel und Syrien zu erinnern, welcher eine große Gefahr für unsere schwache Industrie darstellt. Und das Verhältnis der Eegierung zu unseren Forderungen nach Boden und Arbeit, die immer verspricht und niemals hält — ist es klug, über alle diese Dinge zu schweigen? Ist es gut für eine Bewegung wie die unsere, diese Dinge zu verbergen und so unsere Massen nicht zu politischer Geradheit zu erziehen? Man hat heute morgen von der Krise gesprochen. Aber die Zionisten müssen wissen, daß diese Krise nur in geringem Maß eine Krise von Erez Israel ist, in größtem Umfang aber eine Krise der zionistischen Bewegung. Zwei Momente gibt es in dieser Krise. Erstens: wir hatten keine Kraft und keine Fähigkeit zur Bewältigung der vierten Alijah. Es wäre falsch, die Bedeutung dieser Alijah geringzuschätzen, die ein großes Volksereignis war, eine Frucht der Leiden der Juden und der Hoffnung des Judentums. Aber diese Alijah wurde ein Spielzeug in den Händen von Spekulanten, und zwar nicht nur einzelner Spekulanten, sondern ganzer Gesellschaften unter Teilnahme der Zionistischen Organisation — und das hat der Bewegung viel Schaden gebracht. Zweitens, was die Krise und ihre bitteren Folgen anlangt, so hatten wir wieder keine Kraft, der Krise zu begegnen. Mehr als zwanzig Monate dauert schon die Krise im Lande an! Ich bin nicht hierhergekommen, um in Ihren Herzen Mitleid für 105

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