Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 104 (sequence 146)
- Language
- German, English, Hebrew
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4. Sitzung: Generaldebatte man jetzt solche jüdische Intoleranz wiederholt, besonders nicht gegenüber Gruppen, die in anderen Ländern und zu anderen Zeiten intolerant gewesen sind. Toleranz für alle! Aber eine ganz besonders starke Toleranz für die jüdische Tradition. Ich bitte Sie im Namen meiner amerikanischen Freunde: Hüten wir uns vor Nervosität, vor Hysterie und Defaitismus. Ist das jetzt eine Zeit für Defaitismus? Defaitismus wäre am Platz gewesen im Jahre 1898, als Theodor Herzl vor den Kaiser Wilhelm trat und ihm demütig eine Petition überreichte und der Kaiser sagte: „Es muß auch solche Käuze geben." Defaitismus war am Platze, als Uganda Zion verdunkelte, oder im Jahre 1914, als der Krieg begann. Jetzt ist nicht die Zeit für Defaitismus; aus Defaitismus kommen Niederlagen. Vor dreißig Jahren, da hatten wir nur eine Hoffnung, aber jetzt haben wir ein Land und wir haben ein Volk in dem Lande, dem wir zugesagt haben, daß wir es beim Aufbau unterstützen und mit ihm die Last tragen wollen. Jewish Agency und Arbeitslosigkeit und wie all die Probleme heißen mögen — wir auf dem 15. Kongreß wollen beschließen, daß wir vorwärtsschreiten werden und daß das nächste Jahr nicht ein Jahr der Hoffnungslosigkeit oder Schwäche sein darf; wir müssen vorwärtsgehen und wir werden vorwärtsgehen. (Lebhafter Beifall.) Schluß der Sitzung: 7 Uhr 15 Min. abends. Vierte Sitzung* Mittwoch, den 31. August 1927* Beginn der Sitzung: 9 Uhr 45 Min. abends. Vorsitzender: Vizepräsident M. M. Ussischkin. Del. Berl Kaznelson (Litauen, Poale Zion — hebräisch): Wenn ich hier nicht hebräisch spreche, so tue ich das keineswegs zum Vergnügen. Hier sind wir „im Galuth bei Zionisten". Ihr zwingt uns dazu, so wie Ihr uns zwingt, zu zionistischen Tagungen von Erez Israel wegzureisen. Ihr zwingt uns, uns zu „übersetzen", nicht nur im sprachlichen Sinne, sondern auch im seelischen. (Jüdisch fortfahrend:) Wir sind gezwungen, hier unsere Interessen und unsere Schmerzen zu erklären, in einer Atmosphäre der Verständnislosigkeit und der Fremdheit. Im Laufe des Tages, den ich hier sitze, seit dem 104