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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1927-01-01 · 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927 · p. Seite 98

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
Date
1927-01-01
Page
Seite 98 (sequence 140)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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3. Sitzung: Generaldebatte das ist wohl der erste Fall dieser Art in der Finanzgeschichte der Welt. Ich kenne wohl Fälle, wo ganz schwache, kreditmäßig zerrüttete Eegierungen Finanzsachverständige einladen und sie auf irgendeine Weise dazu verleiten, ihnen Anleiheprojekte zu unterzeichnen. Aber daß eine schwache Eegierung sich eine Expertenkommission zusammentrommelt, um sich ein NichtkreditWürdigkeitszeugnis ausstellen zu lassen, das habe ich noch nie gehört und das kann ich als einen positiven Beitrag zur Anleihefrage nicht einschätzen. Ich muß sagen, selbst wenn diese Experten gekommen wären und hätten diese Resolution durchdrücken wollen, hätte unsere Exekutive ihnen zum mindesten Schweigen auferlegen sollen. Sie hätten einfach nichts über die Anleihe zu sagen brauchen. Vielleicht waren es aber gerade unsere Experten, welche jene Experten veranlaßt haben, diese Expertise abzugeben. Das ist bei uns oft der Fall. Die Experten sind ihre, aber die Expertise ist unsere! Und nun, bei dieser Gelegenheit, noch ein Wort zur Expertenkommission. Es liegt mir ferne, der Arbeit der Expertenkommission vorgreifen zu wollen oder ihr auch nur die geringsten Schwierigkeiten zu machen. Wir alle werden ihr bei der Arbeit helfen. Und doch muß ich dazu zwei Sätze sagen. Die Expertenkommission wird nur dann einen politisch wirklich konstruktiven Sinn haben, wenn sie sich nicht verzettelt, sondern das gibt, wozu sie berufen ist: einen Aufbauplan für Palästina. Der kann ein großer, bewegender Faktor in der zionistischen Arbeit werden. Die Romantik ist aus der zionistischen Arbeit nicht entschwunden, wie manche meinen; aber es ist eine andere geworden, nicht mehr die Romantik des Lämmerhirten mit der Schalmei, sondern die Romantik eines großen Kraftwerkes. Ich glaube, daß der Aufbauplan zu einem solchen Kraftwerk zu einem Hebel auch für die Schaffung eines höheren Gedankenfluges im Zionismus werden kann. Aber das kann nicht der Fall sein, wenn das Unternehmen begleitet ist von der Herabsetzung der Autorität unserer Experten. Unsere Experten, Männer wie Ruppin, Wilkansky und andere, welche heute schon Jahrzehnte in der praktischen Arbeit stehen, stellen ihren Mann gegenüber allen Fachleuten, welche von außen kommen mögen. Wenn Sie heute gute Expertisen lesen, besonders die nichtjüdischer Fachleute — ich erinnere da an Sir John Russell, Auhagen u. a. —, so werden Sie sehen, wie diese echten Wissenschaftler wissen, daß sie durch einen halbjährigen Besuch im Lande langjährige Erfahrung nicht ersetzen können, und wie sie gerade diese Erfahrung unserer 98

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