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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1927-01-01 · 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927 · p. Seite 97

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
Date
1927-01-01
Page
Seite 97 (sequence 139)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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Ärlosoroff Und nun zu den palästinensischen Fragen! Die Palästinaarbeit des Zionismus stand nacli dem Kriegsende vor einer ganz unerbittlichen Alternative. Sie hat geheißen: Wir haben politische Bedingungen geschaffen, die uns eine große Palästinaarbeit ermöglichen: entweder schaffen wir die großen modernen Finanzinstrumente, die eine moderne großzügige Kolonisation finanzieren können, oder wir werden in einen sehr harten Anpassungsprozeß hineingehen müssen. Die Geschichte des Zionismus der Nachkriegsjahre ist die Geschichte dieses harten Anpassungsprozesses. Ich entsinne mich, daß Herr Ussischkin im Jahre 1920 zur Londoner Konferenz mit einem Vier-Millionen-Budget gekommen ist, das er als ein Minimalbudget bezeichnete. Ich bin noch heute der Meinung, daß er, zumindest zu drei Vierteln, Recht gehabt hat. Als es im Jahre 1921 und 1922 klar wurde, daß der Keren Hajessod gegen unsere Erwartung nicht das genügende Instument sei, um dieses große Budget zur Verfügung zu stellen, da hätte man erkennen sollen, daß die Schaffung der Finanzinstrumente das zentrale Problem sei. Seither gibt es auch das Problem der Anleihe. Seither gibt es Pläne, die mehr nach der politischen Seite gehen, wie der Plan, den ich selbst vor zwei Jahren dem Kongreß vorgelegt habe, und Pläne, die rein wirtschaftlich fundiert sind. Ich habe auch dem vorigen Kongreß gesagt, eine große Anleihe ist keine rein finanziell-ökonomische Sache, sondern eine politische Sache allerersten Eanges. Sie kann nicht durchgeführt werden ohne den Einsatz aller politischen Kräfte, die uns zur Verfügung stehen. Und Herr Professor Weizmann hat damals am 14. Kongreß gesagt: „Wir werden uns ernstlich mit der Anleihe beschäftigen, und ich glaube, daß durch eine Arbeit von ein bis drei Jahren bei Eegierung und Völkerbund und sonstigen in Betracht kommenden Organisationen eine Stimmung für die Anleihe geschaffen werden kann, vorausgesetzt, daß sich die Einkünfte des nationalen Kapitals vermehren." Ich habe diese politische Arbeit der Exekutive während der letzten zwei Jahre vollständig vermißt. Im Gegenteil, die einzige wirkliche Tat der Exekutive in dieser Beziehung ist eine sehr seltsame. Man hat eine Finanzkonferenz nach London einberufen mit großen finanziellen Autoritäten aus der ganzen Welt und man hat sich von ihr in einer geschriebenen und gedruckten Eesolution bestätigen lassen, daß die zionistische Bewegung für eine Anleihepolitik nicht in Betracht kommt, weil ihr die Kreditbasis fehlt. Ich muß sagen, 7 97

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