Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 96 (sequence 138)
- Language
- German, English, Hebrew
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3. Sitzung: Generaldebatte liehen Wirtschaftsplan eingliedern würde. Ebenso verhält es sich mit den Bodenkaufsgesellschaften, über die wir ja auf dem vorigen Kongreß gesprochen haben. Es hat mich daher nicht gewundert, als Herr Jabotinsky auch einen eigenen Fonds, den Keren Hechaluz, einen Fonds für militärische Ausbildung und sportliche Ertüchtigung unserer Jugend, gründen wollte, denn er muß ja auch einen eigenen Fonds besitzen, um als vollwertiger General zu gelten. (Heiterkeit und Beifall.) Noch ein Wort über die innere Lage in der zionistischen Bewegung. Die meisten von Ihnen wissen, wie es heute in der Bewegung steht. Ich möchte die Situation dahin zusammenfassen, daß ich sage: der geistige Angriff der zionistischen Bewegung auf den Eohstoff des Judentums, d. h. auf das jüdische Volk, wie es lebt, der Ideenkampf der Zionisten um die Geister im Judentum, hat beinahe in allen Ländern faktisch aufgehört. Und zwar, wie ich betonen möchte, vor der Erweiterung der Jewish Agency und ohne Zusammenhang mit ihr. (Lebhafte Zustimmung.) Es gibt überhaupt keine große geistige Auseinandersetzung mit anders gerichteten Gruppen, z. B. mit der antinationalen Orthodoxie oder mit den antinationalen kommunistischen Strömungen, die einen Teil der jüdischen Jugend an sich ziehen. Wir halten es daher für unbedingt notwendig, daß, um zu einer Konzentration der zionistischen Energien in allen Ländern zu kommen, wieder Zionisten aller Fraktionen in jedem Lande an diesen gemeinsamen zionistischen Aufgaben zusammenarbeiten. (Lebhafter Beifall.) Wir sind zu einem etwas absurden Eesultat gekommen. Der Zionismus hat sich auf der Basis der Landespolitik, in dem Streit um Parlamente, Stadtvertretungen und Gemeinderäte differenziert und sich im Laufe der Jahre in politische Parteien gespalten. Es ist aber ein absurder Salto mortale, daß wir gerade bei solchen Gelegenheiten mit verschiedenen anderen Parteien, sogar mit der Agudath Israel, uns verbinden, während wir für die eigentlichen zionistischen Aufgaben, die uns allen als Mitgliedern der großen zionistischen Bewegung obliegen, uns nicht mehr an einen Tisch zusammensetzen. Wir müssen in allen Ländern zur Schaffung interfraktioneller zionistischer Organisationen nach dem Vorbild der Weltorganisation kommen; dies ist ein unerläßlicher Schritt, um alle potentiellen Energien, alle intellektuellen Energien der Zionisten aller Schattierungen zusammenzufassen, unter Wahrung der Autonomie der Sondergruppen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Hier erst wird jede Gruppe zu bewähren haben, welches ihre ideelle innere Kraft ist. 96