Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 94 (sequence 136)
- Language
- German, English, Hebrew
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3. Sitzung: Generaldebatte methoden auch in die Außenwelt getragen. Bismarck hat bekanntlich gesagt, jedes Land müsse die Fensterscheiben bezahlen, welche seine Journalisten einwerfen. Bei uns werden aber so viele Fensterscheiben eingeschlagen, daß wohl unser ganzes Budget kaum reichen würde, um sie alle zu bezahlen. Es geht in den letzten Jahren eine Diskussion unserer Politik in die Weltpresse, insbesondere in die nichtjüdische, die geradezu destruktiv ist. (Beifall.) Das Interessanteste dabei ist, daß diejenigen, die sich bei uns hier am Kongreß als die einzigen Erben der Herzischen politischen Tradition aufspielen, die zu schwach sind, selbst auch nur eine starke Opposition zu schaffen, sich auf den Weg begeben, innerpolitische Kämpfe nach außen zu tragen. Viele von Ihnen haben ja vor wenigen Tagen den Bericht des Delegierten W e i s 1 in der „Vossischen Zeitung" als neuen Beweis für diese Methode gesehen. Dort heißt es u. a.: „Heute tritt der sogenannte' Jubiläumskongreß zusammen", oder „die Delegierten, d. i. der Generalstab einer geschlagenen Armee". (Pfuirufe.) Ich will Sie nicht lange mit Zitaten aufhalten. Ich muß Ihnen sagen: Mögen wir nach innen dem Judenstaat so nahe sein, wie wir wollen, nach außen sind wir alle zusammen eine schwer kämpfende Partei, und es muß das Interesse des Zionismus darauf gerichtet sein, die Einheitlichkeit dieser außenpolitischen Disziplin für die Zukunft stärker zu festigen, als es bisher der Fall gewesen ist. (Lebhafter Beifall.) Bevor ich zu den palästinensischen Problemen komme, lassen Sie mich noch einen Blick in unsere Bewegung nach innen werfen. Dem, was ich als zersetzende Einflüsse, als Bruch der außenpolitischen Disziplin bezeichnet habe, stehen auch manche Tendenzen innerhalb der zionistischen Bewegung gegenüber, separatistische Tendenzen, die unsere ernste Aufmerksamkeit verdienen. Ich habe zuweilen in bitterem Spott gesagt, daß unsere zionistische Bewegung manchmal den Eindruck erweckt, als wären wir in China, wo sich die rivalisierenden Generale Wu-pei-Fu, Chang-Tso-Lin und wie sie alle heißen, gegenüberstehen. Jeder kauft sich, nach dem alten Wort, eine Kanone und macht sich selbständig. (Heiterkeit.) Ein solcher Zustand, der uns dieses Bild in Erinnerung bringt, ist in unserer Bewegung auf die Dauer nicht zu ertragen. Was sind unsere Kanonen? Nehmen wir z.B. die Hadassah. Hier habe ich wiederum zu sagen, daß ich nach meiner besten Kenntnis die Hadassah-Organisation für die vielleicht am besten wirkende zionistische Organisation in den Vereinigten Staaten halte, in einem 94