Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 92 (sequence 134)
- Language
- German, English, Hebrew
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3. Sitzung: Generaldebatte heute gerade heraussagen, daß wir an der Grundlage der politischen Methode einen Wandel vorzunehmen keinerlei Grund sehen. Worum es sich handelt auf politischem Gebiet, ist, daß neben dem großen Positiven, das geschehen ist, in der langen politischen Front, die wir halten, sehr ernste Lücken zu finden sind, die durch Aktivität ausgefüllt werden müssen. Es ist viel Positives und Bed eutendes geschehen; eine der wichtigsten Einzelheiten ist die Bildung des interfraktionellen parlamentarischen Klubs im britischen House of Commons, der die zionistische Politik im britischen Unterhaus unterstützen will. Wer unsere politische Stellung im House of Commons verfolgt hat, wird verstehen, daß es für uns von entscheidender Bedeutung ist, daß sich dort eine solche Körperschaft gebildet hat. Eine Stärkung habe ich ferner, wie dies auch Präsident Weizmann erwähnt hat, in unserer Position beim Völkerbund e in Genf konstatieren können. Ich kann sagen, daß die systematische und fortgesetzte Aktion der Waad Leumi- Delegation in dieser Ebene bereits wichtige Früchte getragen hat. Was ich an positiven Ergebnissen der Exekutive gern erwähnen will, ist ferner die Schaffung der großen Pro¬ Palästina-Ligen z. B. in Frankreich, Deutschland, Italien, Ungarn. All dies sind Versuche einer Fortsetzung der Herzischen Politik, das Wohlwollen der ganzen Welt um die Politik des Zionismus zu gruppieren. Wichtige Schritte auf diesem Wege wurden getan. Dagegen liegt nach wie vor einer der schwachen Punkte unserer politischen Position in dem Verhältnis der palästinensischen Administration zu unserer Arbeit. Dies ist ein sehr delikates Problem. Eine britische Kolonialadministration, ohne effektive Kontrolle der öffentlichen Meinung, wurde in ein Land geworfen, wo sie es mit sehr komplizierten Problemen zu tun hat. Es ist festzustellen, daß die palästinensische Administration dieser ihrer Aufgabe, die nationale Heimstätte unter schwierigsten Verhältnissen politischer und administrativer Art aufzubauen, leider nicht immer in vollem Maße gerecht wird. Als Beispiel diene die Frage des Handelsvertrages mit Syrien. Mich interessiert es nicht, daß nach Veröffentlichung des ersten Entwurfes durch den Handelssekretär Mr. Stead unter dem Druck der öffentlichen Meinung und ganz bestimmter Interessentenkreise wichtige Verbesserungen aufgenommen wurden. Mich interessiert, daß dieser Vertrag offenbar zustande kam ohne die bewußte Mitwirkung der Exekutive. Vergessen wir nicht, daß Syrien 92