Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1927-01-01 · 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927 · p. Seite 91

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
Date
1927-01-01
Page
Seite 91 (sequence 133)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
98% known words query
IRI
…/3476254-3476284--6576-3482723
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Berlin, Arlosoroff stertum zu identifizieren; nicht alles, was ich von Meyer Berlin gehört habe, hat in mir die Ueberzeugung bestärkt, daß, wo das Priestertum steht, auch die Wahrheit steht. Ich bin mit der festen Ueberzeugung zu diesem Kongreß gekommen, daß es falsch wäre, in der Misraehi-Bewegung eine große reaktionäre Masse zu sehen. Ich will glauben, daß es auch im Misrachi Menschen gibt, die wissen, daß das, was auf dem jüdischen Acker heute geschieht, was in der Landwirtschaft und in den Gemeinschaften der Landarbeiter aufwächst, dem Geiste der jüdischen Keligion vielleicht näher steht als ein politischer Klerikalismus, der sich auf diesem Felde des innerzionistischen Gruppenkampfes seine Triumphe holen will. Ich glaube, wir haben viel Wichtigeres zu tun. Die Front der zionistischen Bewegung ist — ich möchte mich nicht übereilt ausdrücken — an verschiedenen Abschnitten bedroht, wir haben uns den wichtigen, den Kernproblemen zuzuwenden und nicht Fiktionen von Problemen zu schaffen. Wir haben den politischen Bericht des Präsidenten gehört. Wer aufmerksam gehorcht hat, hat den Ton der Würde, der Selbstbehauptung, jenen Ton in der politischen Methode gehört, den wir als die politische Tradition der Zionistischen Organisation angenommen und geehrt haben. Wir haben auf der anderen Seite auch gehört, daß vieles von dem, was in der politischen Ebene vor sich gegangen ist, nicht so ist, wie wir es wollten, und daß auch unsere Exekutive — so verstehe ich ihre politische Absicht — bereitsteht, so wie sie bereitgestanden hat, um die Lücken im politischen Felde zu beseitigen. Vorerst muß ich ein Mißverständnis aufklären, zu dem wir nach dem Kampf mit der politischen Opposition allzu stark neigen. In der letzten Zeit hat die politische Opposition, die Eevisionisten und die Kadikaien, bei jeder politischen Aktion der Exekutive, bei jedem politischen Erfolg der Exekutive betont, daß die Opposition das schon immer gesagt habe. Hier liegt ein kleiner Trick vor. Zwischen der Mehrheit sowie der Zionistischen Exekutive und der politischen Opposition hat nämlich eine ganz andere Meinungsverschiedenheit bestanden. Nicht einfach politische Arbeit hat die Opposition verlangt, sondern einen grundlegenden Wandel in der politischen Methode, und dieser Wandel sollte sein: nicht eine Politik des Vertrauens, sondern eine Politik des Mißtrauens, nicht eine Politik der Kooperation, sondern eine Politik der Aggression gegenüber der Mandatarmacht. Das Schlagwort von der „politischen Offensive" ist dafür charakteristisch genug. Wir müssen es 91

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.