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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1927-01-01 · 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927 · p. Seite 88

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
Date
1927-01-01
Page
Seite 88 (sequence 130)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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3. Sitzung: Generaldebatte mitglieder während der Zeit von einem Kongreß zum anderen kooptiert werden und wieder zurücktreten, ohne den Kongreß abzuwarten, dem sie doch Eede stehen müßten. Die Krise ist aber nicht bloß eine Krise der Leitung oder einzelner Persönlichkeiten, sondern sie dringt immer stärker ein in alle Teile des Zionismus. Das geht so weit, daß die Leitung es für nötig gefunden hat, einen besonderen Ausschuß für die Regelung der Budgetfrage einzusetzen, welcher aber nie zustande gekommen ist. Sie ist nicht in der Lage, ihre eigenen Beschlüsse, die sie selbst angenommen hat, durchzuführen. Wir müssen, da die Krisis in alle Teile der Arbeit eingedrungen ist, unsere volle Aufmerksamkeit auf alles lenken, was in der Bewegung geschieht. Die Zerstörung ist vollständig und auch die Erlösung muß vollständig sein. Das Unheil kommt nicht von dem Mangel an Geld, sondern von dem Mangel an Mut. „Es fehlt uns an Geld, es fehlt uns aber hauptsächlich an Mut," sagte Präsident Weizmann. Wenn dieser Mut uns, den Pionieren des Volkes, fehlt, was soll mit dem Volke werden? Dem Misrachi ist all das nicht überraschend gekommen. Wir haben es immer gesagt, daß der Zionismus nicht eine Bewegung ist, die nur Menschen von einem Lande ins andere übersiedelt. Der Zionismus muß aus den Tiefen der Seele kommen. Man hat uns immer verlacht, wenn wir den Zionismus auf die heiligsten Gefühle, die religiösen Gefühle basieren wollten. Jetzt weinen wir darüber. Das Volk bleibt außerhalb, die Organisation hat es nicht verstanden, die Herzen des größten Teiles des Volkes zu gewinnen, weil der Zionismus nicht auf der großen messianischen Hoffnung begründet ist, die mit den Heiligtümern der Nation verknüpft. Wir müssen aus dem Geschehenen lernen und unser Vorgehen ändern. Weizmann hat beantragt, daß wir uns finanziell einschränken, weil das Volk uns nicht gibt, was wir brauchen. Dies ist aber unrichtig; denn wer das Budget verringert, verringert die Arbeit im Lande, wer die Arbeit verringert, verringert die Begeisterung im Volke, wer die Begeisterung im Volke verringert, verringert das Geld für Palästina und gefährdet wieder das nächste Budget. Wir bewegen uns in einem Zirkel. Es ist dies ein Eingeständnis, daß wir am Ende unserer Mittel sind, ein Mangel an Vertrauen zum Volke. Wir müssen nicht nur für den Augenblick, sondern für viele Jahre denken. Die wichtigste Grundlage des Zionismus, der das Volk aus dem Galuth erlösen soll, ist die religiöse. Wenn diese Grundlage fehlt, dann haben wir keine Hoffnung. Die Kleinheit der Einnahmen und der Mangel an Begeisterung stehen in engem Zusammenhang. Aber nicht nur das, sondern auch 88

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