Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 57 (sequence 99)
- Language
- German, English, Hebrew
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Gronemann, Weizmann Zunächst einige Bemerkungen über die politische Situation. Diejenigen von Ihnen, die den Bericht gelesen haben, wissen, daß wir — ich habe dies schon mehrere Male in den verschiedenen Sitzungen des Aktionskomitees betont — vorläufig und nach menschlicher Voraussicht keine sensationellen Entwicklungen erwarten dürfen. Dagegen glaube ich, ohne mich einer Uebertreibung schuldig zu machen, daß ein langsames und, wie ich glaube, stetiges Vorwärtsschreiten in der politischen Entwicklung zu verzeichnen ist, daß unsere Beziehungen zur Mandatarmacht sich immer besser und, wie ich glaube, enger gestalten und daß sich auf beiden Seiten ein besseres gegenseitiges Verständnis für die Bedürfnisse und Forderungen, die wir formulieren können, allmählich herausbildet. In allen Verhandlungen, die wir führen, mögen sie erfolgreich oder erfolglos gewesen sein, wurden wir von einem grundlegenden Prinzip geleitet: vom Prinzip des Vertrauens, zum guten Willen der Mandatarmacht. Würde man dieses Prinzip aufgeben, so wäre, glaube ich, keine Möglichkeit für irgendwelche Verhandlungen gewesen. Immer wieder stellt sich als grundlegende Maxime heraus, daß das Gewicht unserer Verhandlungen, der Wert unserer Forderungen eine Funktion unserer Leistungen im Lande ist. Je größer diese sind, desto leichter wird es, gewisse Forderungen durchzusetzen. Ich glaube, daß in den letzten Jahren, besonders in den letzten zwei Jahren, die Exekutive einem wichtigen Punkte besondere Aufmerksamkeit gewidmet hat: der Entwicklung unserer Beziehungen zu den verschiedenen Organen, die um und mit dem Völkerbund existieren, und der Beeinflussung der öffentlichen Meinung. Am frühesten begann diese Beeinflussung in England, am leichtesten ist sie in jenen Ländern, wo eigentlich 57