Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 56 (sequence 98)
- Language
- German, English, Hebrew
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2. Sitzung: Politischer Bericht Trotz ialler vorübergehenden Peinlichkeiten ist unser Kongreß auf Grund wirklich demokratischer Wahlen zusammengesetzt. Das Kongreßgericht hat isich nicht viel Freunde erworben, denn es mußte vielen lieben Gesinnungsgenossen wehetun. Dennoch hoffen wir nach Kräften für die Entwicklung der Organisation gearbeitet zu haben und wünschen, daß diese Arbeit für künftige Zeiten nicht ergebnislos sein möge. Wir haben vor dem Feste die Pflicht des „Chomez- Battelns" erfüllt, und wie die Hausfrau sorglich allerhand Chomez auf den Weg streut, damit sie keine „Brochoh lewattoloih" mache, hat man auch uns manches in den Weg gelegt. Unser Tun war nicht nur von Segenssprüchen begleitet, aber ich hoffe, daß ich, wenn ich die Meinung ausdrücke, daß unsere Arbeit von Nutzen für die weitere Festigung der Organisation gewesen sei, mit diesem Spruche keine „Brochoh lewattoloh" sage. (Lebhafter, anhaltender Beifall.) Vorsitzender: Ich stelle fest, daß nach den geltenden Bestimmungen eine Debatte über den Bericht des Kongreßgerichtes nicht stattfindet. Ich danke Herrn Eechtsanwalt Gronemann und seinen Mitarbeitern im Namen des Kongresses wärmstens für die von ihnen geleistete mühevolle Arbeit (Beifall). Wir schreiten nunmehr zum nächsten Punkte der Tagesordnung: Bericht der Exekutive. Das Wort hat Herr Präsident Dr. Weizmann. Dr. Chaim Weizmann, Präsident der Zionistischen Organisation (deutsch): Geehrter Kongreß! Der Bericht der Exekutive liegt Ihnen gedruckt vor, und es bleibt nur noch übrig, einige Bemerkungen zu machen, um Ihnen diesen Bericht formell zu unterbreiten. Es war sonst auf den Kongressen üblich, daß die Leitung sich lediglich auf einige kleine Bemerkungen beschränkt hat. Ich will diesmal versuchen, etwas weiter auszuholen, und ich bitte um Verzeihung, wenn ich daher den Kongreß etwas mehr in Anspruch nehmen werde, als dies sonst der Fall zu sein pflegt. Was ich zu sagen habe, wird Ihnen im Laufe des heutigen oder morgigen Tages auch in gedruckter Form vorgelegt werden. Ich bin «auch gezwungen, mich diesmal mit Dingen zu beschäftigen, die sonst vielleicht nicht in den Bereich des Berichtes des Präsidenten fallen. 56