Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 49 (sequence 91)
- Language
- German, English, Hebrew
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Buher gestalten. Daß wir dies so deutlich wissen, auch dies ist ein Vermächtnis Achad Haaras. Und nun ein Letztes! Wenn jemals, haben wir jetzt den Glauben an die Einzigkeit Israels und an seine besondere in seiner Geschichte manifestierte Aufgabe an die Menschheit festzuhalten und sie zu bewähren. Der vielleicht reinste und edelste unter den Gegnern Achad Haams, Brenner, hat einmal gegen ihn behauptet, wir hätten gar keine „Last" der Geschichte, wir könnten neu anfangen wie jeder Mensch, wir brauchten nichts als unser Land und unsere Sprache. Aber auch der einzelne Mensch fängt ja nicht neu an, er trägt ja unübersehbares Erbgut in seinem Wesen. Nur in seinem Bewußtsein mag es ihm freistehen, sich damit nicht zu befassen. Dieses jedoch steht dem Volke nicht frei. Das Volk kann sich in seinem Bewußtsein nicht von seiner geschichtlichen Verpflichtung, von seinen geschichtlichen Zusammenhängen lossagen, ohne seine innerste Fruchtbarkeit zu gefährden. Sein, des Volkes Sein wurzelt in seinem Bekennen. Gewiß sind das eigene Land und die eigene Sprache die unbedingten, unersetzlichen Voraussetzungen der Verwirklichung. Aber was durch sie verwirklicht werden soll, das sagen nicht sie, sondern das sagt die Geschichte. Sie, das Land und die Sprache, sind die großen Werkzeuge der Geschichtswahrheit. Macht man sie aber zum Selbstzweck, so setzt man sie dem Fluche der Sterilität aus. Es geht nicht ohne die Sprache, aber es kommt darauf an, was in dieser Sprache gesagt wird. (Beifall.) Es geht nicht ohne das Land, aber es kommt darauf an, wie in diesem Lande gelebt wird. (Großer Beifall.) Zu meinen, das Land und die Sprache würden alles von selbst hervorbringen, das mutet mich so an, wie Bakunins Glaube, daß die selbstherrliche Revolution keiner Richtung, keiner Lehre bedürfe, sondern das Heil der Menschheit von selbst erzeuge. Das ist eine Glaubensart, die ich nicht mehr zu glauben vermag. Aber die inhaltliche Bestimmung der nationalen Aufgabe, eben jenes Was, bedeutet auch ein Gegengewicht 4 49