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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1927-01-01 · 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927 · p. Seite 48

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
Date
1927-01-01
Page
Seite 48 (sequence 90)
Language
German, English, Hebrew
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/. Sitzung: Gedenkfeier für Achad Haam Wir sind seither in ein neues Stadium eingetreten. Ich kann auch hier das, was über Achad Haams Epoche hinausführt, nur andeuten. In dem Maße, wie aus der Realisierungstendenz politische Realisierungsarbeit entsteht, wird die Bewegung notwendigerweise in die allgemeine sogenannte realistische Politik der Staaten einbezogen, die zumeist eine von den Augenblickszwecken und den wechselnden Augenblickssituationen bestimmte ist, da in einer auch politisch so verworrenen Zeit wie dieser es dem Staatsmann sehr schwer wird, dem Augenblick und einem weiteren Zusammenhang zugleich gerecht zu werden, und er naturgemäß eher auf den letzteren verzichtet. Aus dieser Verquickung ergibt sich auch für uns die Gefahr einer falschen Konkretisierung, indem wir uns durch die kleinen Zwecke von den großen Zusammenhängen der Geschichtswahrheit abschneiden lassen. Damit droht uns zweierlei Einbuße: die Einbuße an der entscheidenden Kraftquelle und die Einbuße am geistigen Charakter der Bewegung, von dem es, wie ich schon sagte, wesentlich abhängt, ob das Erreichte in Wahrheit das ist, was erreicht werden sollte. Wenn es einst die Gefahr der Bewegung war, daß die Wirklichkeit uns zu fern gerückt war, ist es jetzt die, daß die Wirklichkeit uns zu nahe gerückt ist. Torheit wäre es freilich zu meinen, wir könnten von dieser so nahen Wirklichkeit abrücken, um den Anschluß an die großen Zusammenhänge wieder zu gewinnen. Wir können dies nicht und sollen es nicht. Diese Nähe ist unerbittlich, sie ist schicksalhaft. Sie ist auch sinnvoll. Es gilt nunmehr, mit jenem von Achad Haam inaugurierten Bunde zwischen Idee und Wirklichkeit Ernst zu machen, hier, dieser ganzen unerbittlichen Wirklichkeit gegenüber, an die wir so nahe herangekommen sind, nun mit dem Bunde innersten Ernst zu machen, die Idee an dieser ganzen Wirklichkeit zu erproben und zu bewähren. In diesem Erproben werden wir selbst erprobt. Dies ist der Augenblick, wo es sich erweisen soll, ob wir, ob dieses jüdische Volk Mannes genug ist, seine Wirklichkeit nach seiner Wahrheit zu 48

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