Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 32 (sequence 74)
- Language
- German, English, Hebrew
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1. Sitzung: Begrüßungen Dr. G. Steinmarder, Zürich, Präsident des schweizerischen Zionisten-Verbandes (deutsch): Hochgeehrter Kongreß! Namens des Schweizerischen Zionistenverbandas habe ich die Ehre, den XV. Zionistenkongreß zu begrüßen. Wir sprechen der Exekutive unsern herzlichsten Dank aus, daß sie unserer Einladung gefolgt ist und diesen Jubiläumskongreß in die für den Zionismus historische Stadt Basel einberufen hat. Diese „gute alte Stadt" sieht jetzt den achten Kongreß in ihren Mauern, und ein Strom von zionistischem Leben ist von ihr durch die Welt gezogen. Die Grundlage des Zionismus, unser Programm, trägt den Namen dieser Stadt, und da wir ein Volk von Ewigkeit sind, wird auch Basel ewig mit uns verknüpft ©ein. Hier ist das jüdische Volk nach zweitausendjährigem Schlaf zu seinem Selbstbewußtsein erwacht, hier erscholl zum erstenmal nach Jahrhunderten von nichtjüdischer Seite der Euf: „Hoch die Juden!" Die Schweiz ist von jeher das Vaterland aller Entrechteten gewesen, und hier hat sich die neue Menschheit nach dem furchtbarsten aller Kriege zu einem Völkerbund vereinigt, damit die Nationen in Frieden nebeneinander leben und sich den Segnungen der Kultur hingeben. Hier schlägt das Gewissen der Welt und auch das Schicksal des jüdischen Volkes wird von hier aus bestimmt. Dieses Land hat bedeutende Führer unserer Bewegung ausgebildet. Es hat ihnen auf den Universitäten die geistigen Waffen geliefert zum Kampf für die gerechte Sache unseres Volkes. Nicht nur die Behörde dieser Stadt, sondern auch die oberste Regierung dieses Landes, der Bundesrat, steht unserer Bewegung sympathisch gegenüber. Er hat kurz nach der Balfour-Deklaration, im Herbst 1918, den Zionismus der warmen Sympathie versichert. „Der Glaube der Juden an ihre Zukunft und ihre Mission", hat der Bundespräsident der schweizerischen Republik in einem denkwürdigen Schreiben an den schweizerischen Zionistenverband ausgeführt, „verdient die Unterstützung der Menschheit". Welch weihevolle Stimmung bewegt uns alle in dieser feierlichen Stunde, da wir auf den ersten Kongreß zurückblicken, als unser großer Führer Dr. Theodor Herzl bewegt ausrief: „Wir wollen den Grundstein legen zu dem Haus, das dereinst die jüdische Nation beherbergen wird!" Er hat den Kongreß geschaffen und die Mahnung an ihn geknüpft, daß er als ein weiser Herr wirtschaften soll. „Es war eine solche Weihe in diesen Tagen", erzählt Herzl vom ersten Kongreß, „als die jüdische Nation, die arme, gequälte, aus vielen Wun- 32