Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 33 (sequence 75)
- Language
- German, English, Hebrew
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Steinmarder den blutende, die totgeglaubte, die dennoch nicht sterben kann und will, plötzlich aufstand in der ganzen Majestät ihres Leides und mit dem Glänze der Hoffnung in den Augen." Und als größtes Ergebnis dieses Kongresses bucht er: „Er hat gezeigt, daß der jüdische Nationalgedanke die einigende Kraft besitzt, um sprachlich, sozial, politisch und religiös Verschiedene zur einheitlichen Masse zusammenzuballen." So hat Herzl dem jüdischen Volke ein Forum gegeben, in dem es seine Geschicke in die eigene Hand nahm und vor aller Welt in aller Oeffentlichkeit behandelte. „Unser Kongreß sei ernst und hoch," hat er erklärt, „und er soll ewig leben, nicht nur bis zur Erlösung aus der alten Not, sondern nachher erst recht." Die Saat, die Dr. Herzl ausgestreut hat, ist aufgegangen. Wir haben eine jüdische Heimstätte, wir haben einen Boden, der nach Erlösung ruft, einen Himmel, an dem un s ere Sonne strahlt, und das Bewußtsein von innerer Freiheit und Würde. Welch eine feierliche Stunde, da unsere Bewegung sinnend zurückdenkt an ihren Anfang, unsere Generation voll Dankbarkeit zurückblickt auf die frühere, die ihr den Weg geebnet, sie erlöst hat von allen Zweifeln, ihr Kraft, Selbstbewußtsein und einen neuen Lebensinhalt gegeben hat! In »all den Menschen, die das Glück hatten, dem ersten Kongreß beizuwohnen, schlägt etwas von der Größe jenes Geschehens, von dem hellen Wunder, dessen Zeugen sie waren, als unser Volk zur Selbstbesinnung erwachte und seinen Ruf vernahm, groß und stark wie die Verheißungen Gottes in der Bibel. Dieses Glück ist ihnen bis jetzt geblieben und zieht wie ein Segen durch ihr Leben und ihre Arbeit, gibt ihnen Kraft, den harten, schweren Weg zu gehen, welchen das Aufbauwerk verlangt, verleiht ihnen innere Stärke, unsere Brüder aufzurütteln, die sich der großen Aufgabe der Zeit und der Schwere der Verantwortung noch nicht bewußt sind. Nicht Gegnertum bedrückt uns — eine ernste Gegnerschaft von rechts und links gibt es heute nicht mehr —, sondern die Laxheit und Lauheit und der Indifferentismus, mit denen man unserem Werk begegnet. Die Zeit, die früher beim ersten Kongreß für uns war, ist heute gegen uns, da wir mit dem Aufbau unseres jüdischen Heims begonnen haben. Wir hoffen zuversichtlich, daß alle unsere jüdischen Schwestern und Brüder das Gebot dieser Stunde verstehen und Hand anlegen werden an das große Werk der Erlösung unseres Volkes, das größte, welches die Gegenwart uns auferlegt. „Nichtswürdig ist die Nation, die nicht ihr Alles setzt an ihre Ehre!" In dem Aufbauwerk Palästinas liegen die Wurzeln unserer 3 33