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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1927-01-01 · 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927 · p. Seite 30

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
Date
1927-01-01
Page
Seite 30 (sequence 72)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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1. Sitzung: Begrüßungen Eines muß ich besonders hervorheben; das ist, daß wir es Ihnen verdanken, daß die hebräische Sprache, die so lange eine tote Sprache war, nun wieder lebendig geworden ist. Wenn uns auch seiner Zeit in der Keligionssehule das Hebräische soweit gelehrt wurde, daß wir unsere Gebete notdürftig verstehen, daß wir die Bibel übersetzen konnten, so wird nun bald die Zeit kommen, da jeder Jude des Hebräischen mächtig ist und diese Sprache auch sprechen kann. Dann möchte ich noch die Universität in Jerusalem hervorheben. Wir in Basel können auch beurteilen, wie günstig, wie erzieherisch eine Universität auf die Einwohner einer Stadt wirkt. Basel, das durch seine politische und geographische Lage am Rheinufer dem internationalen Handel obliegt und dessen Industrie immer gepflegt wurde, hat die älteste, schon seit Jahrhunderten beistehende Universität der Schweiz, die unsere Stadt ziert durch die hervorragenden Lehrer der Wissenschaft, die hier gewirkt haben, und Basel hat es seiner Universität zu verdanken, daß hier die Wissenschaft und die Kunst immer gepflegt wurden. Sie haben durch die Gründung der Universität Jerusalem, an der die ganze wissenschaftliche Welt Anteil genommen hat, bewiesen, daß wir keine Materialisten sind und daß der Materialismus, der uns so oft vorgeworfen wird, uns eigentlich nur von außen aufgedrückt wurde, daß wir Juden jedoch von allen Zeiten her und immer dem Idealismus, der durch unsere Thora uns gegeben, treu geblieben sind und auch immer treu bleiben werden. An der Universität in Jerusalem wird unsere jüdische Kultur, die durch die Zerstreuung in der Diaspora, im Galuth sich während der letzten zwei Jahrtausende nicht entwickeln konnte, neu aufleben und erblühen und dadurch den Glauben an den einzigen Gott, den die Juden der Menschheit gegeben, auch neu befestigen. In Zion wird die Sonne leuchten und von Jerusalem wird sie ihre beglückenden und friedlichen Strahlen nacli allen Welten aussenden. So wünsche ich Ihnen denn, und ich glaube damit auch den Wunsch aller Juden der Schweiz zum Ausdruck zu bringen, daß über Ihren Arbeiten und Beratungen der Gott des Friedens walte und daß der XV. Zionistenkougreß Israel und der ganzen Menschheit zum Segen gereichen möge. (Lebhafter Beifall.) 30

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