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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1927-01-01 · 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927 · p. Seite 13

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
Date
1927-01-01
Page
Seite 13 (sequence 55)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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Sokolow treten, verkroch sie sich zwerghaft und feige. Sie verstand nicht, daß es nicht genügt, sich fremde Namen aufzukleben, wie eine Etikette, daß dies kein anderes Blut in den Adern fließen läßt und daß man notwendigerweise das bleibt, als was man geboren ist. Da hilft keine eigene Willenswahl: dieser Freiheit gegenüber steht das^wig bindende, das selbstlos Nationale, und alle persönlichen Tendenzen zerschellen an dem sittlichen Lebensgesetz des Volkes. Jüdische Art war der Assimilation eine ferne, verschollene Kultur, über die sie sich erhaben dünkte: die Bibel — ein Buch mit sieben Siegeln, die nationale hebräische Kultur — eine Pharaonen-Grabkammer, Palästina — ein Märchen, Zionismus — eine rückständige Verirrung, Eitelkeit und Größenwahn, vielleicht ein letztes Aufflackern des fliehenden nationalen Lebens. Alles Positiv-Jüdische kam ihr als unklare Träumerei vor. Hochmütig kümmerte sie sich in der Regel um diese Träumereien blutwenig; geschah dies zuweilen, so konnte man mit Erstaunen sehen, wie kalt und freudlos, ohne Schauder und ohne Ehrfurcht das heiligste Ideal nicht nur eines alten Volkes, sondern auch der Millionen jetzt lebender Söhne dieses Volkes zergrübelt und lebendig zergliedert wird. Ein Judentum, das für sich denkt, für sich lebt, für sich will und für sich handelt, war in den Augen der Assimilation eine Chimäre. Sie hatte das jüdische Volk nicht gesehen. Ihre Schwäche war der Irrtum, daß alles Volksleben sich in der Tages helle abspiele, das Ve r%k e n n e n der unbewußten, unter dem Bewußtsein arbeitenden Lebens- und Seelenkräfte, die aus dem ewigen Geheimnis des Lebens hervortauchen und über sich selbst hinausweisen, in eine Welt, in der der historische Impuls wirksam wird. Der schöpferische Lebensdrang der Rasse, die bildende Kraft des Stammes, die unüberwindliche Macht des Blutes waren ihr eine terra incognita. Ihre ganze Weisheit war die Kunst des „Mimicri". Sie wollte mit Gewalt nachahmen — und hatte doch kein Verständnis für den 13

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