Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 655 (sequence 666)
- Language
- German, English, Hebrew
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Sokolow genug an diesen Beschlüssen zu arbeiten haben. Außenstehende, die aus den verschiedenen Schwierigkeiten dieses Kongresses den Schluß ziehen würden, daß der Zionismus schwächer geworden ist, werden bitter enttäuscht werden. Unsere Front ist nicht gebrochen, unsere Linie steht fest. Es ist eben ein Alijah-Kongreß gewesen, auch die Alijah ist eine Sturm- und Drangperiode, auch in Palästina geht es nicht sanft zu, das ist eben Leben und zeugt von Kraft. Schwierigkeiten dürfen da nicht entmutigen, Schwierigkeiten müssen anspornen. Wenn hier Debatten voller Leidenschaft geführt worden sind, so sind Energien zum Ausdruck gekommen. Parteiinteresse im Zusammenhang mit unserem Ideal ist nicht ein Parteiinteresse im gewöhnlichen Sinne, egoistischen materiellen Zielen zugewendet, sondern für ein gemeinsames Ideal eingesetzt. Auch in dieser Ueberzeugung können wir den Kongreß als einen Fortschritt auf dem Wege unserer Kongresse bezeichnen. Auch ich wollte über Keren Hajessod sprechen. Ich will nur ein Wort sagen: das Wort von der Million Pfund. Ich hörte einmal, ein reicher Mann sei nur der, der schon eine Million besitzt, und eine große Stadt sei nur die, die eine Million Einwohner habe. Ich habe diesen Ehrgeiz: ich möchte gern den Keren Hajessod als Millionär sehen, noch in diesem Jahr. Und ich glaube, in dieser Beziehung gibt es hier keine „Rechte" und keine „Linke", sondern Sie alle werden mitarbeiten. Der Ausgang des Kongresses war ein ungewohnter. Wir hatten ein Novum, keine Wahl. Aber es war die einzige Form, dem Kongreß einen ruhigen Abschluß zu geben. Wir gehen morgen im neuen Actions-Comite ans Werk und werden hoffentlich in einigen Monaten zusammen mit diesem neugeschaffenen Organ die richtige Form der Repräsentanz gefunden haben. Und jetzt gestatten Sie mir, daß ich an dieser Stelle den Dank des Kongresses ausspreche der österreichischen Bundesregierung, dem Polizeipräsidenten Herrn Dr. Schober, dem wir kleine Verlegenheiten bereitet 655