Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 653 (sequence 664)
- Language
- German, English, Hebrew
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Jaffe, Sokolow von Rothschild, von dem schon einige Male während des Kongresses rühmlichst Erwähnung geschehen ist, nicht zu einer Gelegenheit von Feiern, Hymnen und Lobreden auf ihn zu machen, sondern seinen Namen zu verknüpfen mit dem großen Werk in unserem Lande, ihn zu verknüpfen mit einem Werk seines Ideals und unseres Ideals, das seiner Tätigkeit entsprechend ist. Wir haben die Idee angeregt, eine Fakultät für Ackerbau an der hebräischen Universität in Verbindung mit den Versuchsstationen unter dem Namen Baron Edmund von Rothschilds zu gründen. (Lebhafter Beifall.) Diese Fakultät ist als eine Hochschule gedacht. Sie wird die Ergänzung derjenigen Institutionen sein, welche unser landwirtschaftliches Schulwesen bilden. Sie soll sich an die anderen Fakultäten der hebräischen Universität angliedern. Ich teile dies dem verehrlichen Kongreß mit und bitte Sie, diesen Gedanken zu akzeptieren; ich denke, daß es dazu keiner Abstimmung bedarf. Aber wir wollen Ihre Zustimmung, die Zustimmung des Kongresses für die Einleitung der Vorbereitungen, da das ja nicht ein Werk von heute auf morgen ist, sondern gründlich vorbereitet werden müß. Aber wir wollen in der Lage sein, im Namen des Kongresses der jüdischen Oeffentlichkeit zu sagen, daß wir diese große jüdische Sache angeregt haben. (Beifall.) Geehrter Kongreß! Wir dürfen nicht auseinandergehen, bevor wir nicht ein großes Gelübde abgelegt haben, einen „Neder" — ich weiß nicht, ob es formell geschehen ist, aber ich vermute, daß jeder Zionist ihn in seinem Herzen gelobt hat. Unser Gewissen ist belastet, solange wir die Gebeine Herzls nicht nach Erez Israel gebracht haben. (Die Delegierten und Gäste erheben sich.) Es entspricht unserem jüdischen Empfinden: „W'haalitem et azmotai miseh" — „und Ihr sollt meine Gebeine mitnehmen". Ich kann Ihnen kein Dokument zitieren, ich werde Ihnen nur den Zeugen zitieren, der leider nicht mehr unter uns weilt: das war der Nachfolger Herzls, der selige David Wolfsohn. Der hat mir so oft erzählt, daß, als er zusammen mit Herzl am Karmel stand, Herzl diesen 653