Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 640 (sequence 651)
- Language
- German, English, Hebrew
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17. Sitzung: Nachtragsberichte drei Monate nicht ausbezahlt bekamen, und dieser Brauch hat sich nun eingebürgert. Jetzt aber muß ich im Namen der palästinensischen Lehrerschaft erklären: wenn die zionistische Exekutive nicht wenigstens für dieses Jahr die Verantwortung übernehmen wird, bis eventuell eine andere Körperschaft an die Stelle der Zionistischen Organisation in der Leitung des Erziehungswesens tritt, mit «der die Lehrer werden ihre Verträge abschließen können, dann sind wir gar nicht sicher, ob wir im kommenden Schuljahr die Schulen werden öffnen können. Die zionistische Exekutive hat alle Lehrer entlassen, und die Frage der Schuleröffnung wird in anderthalb Monaten aktuell. Und deshalb lehnen wir jede Verantwortung für die Eröffnung der Schulen ab. Meine Herren, wollen Sie doch in Betracht ziehen, daß der Lehrer schließlich auch ein Mensch ist! Seit fünf Jahren sind die Zustände unhaltbar und es gibt Lehrer, die noch für sechs oder acht Monate Gehalt zu bekommen haben und die deshalb ihre Arbeit niederlegen mußten! Wenn jetzt die Nachricht ins Land kommt, daß es keine verantwortliche Stelle gibt, mit der die Lehrer ihre Verträge abschließen könnten, dann sind diese Leute nicht in der Lage, die Arbeit wieder aufzunehmen. Selbstverständlich werden die Lehrer mit der eventuell an Stelle der Zionistischen Organisation tretenden neuen Körperschaft im kommenden Jahr ihre Verträge abschließen. Aber solange diese Körperschaft noch nicht ins Leben gerufen wurde, muß die zionistische Exekutive die volle Verantwortung übernehmen. Das alles ist zur materiellen Seite der Sache zu sagen. Andererseits ist vom prinzipiellen Standpunkt hervorzuheben, daß wir den nationalen Charakter des hebräischen Schulwerkes nur dann gesichert sehen, wenn die Zionistische Organisation die Erziehungsarbeit als einen der wichtigsten Teile der Aufbauarbeit in Palästina auf sich nimmt. Vorsitzender Vizepräsident Motzkin: Im Namen <ter Exekutive hat Herr Dr. Halpern das Wort. Mitglied des Finanz- und WirtschafIsrates Dr. Georg Halpern: Meine Damen und Herren, ich halte es für meine Pflicht, hier ein Wort dazu zu sagen. Es bringt die zionistische Exekutive und die ganze Zionistische Organisation in den unwürdgen Zustand, gegenüber der Lehrerschaft als kontraktbrüchig dazustehen, meine Damen und Herren, wenn Sie den Antrag 1 der Erziehungskömmission annehmen. Das bedeutet klipp und klar, daß die Exekutive in Palästina für das gesamte Schulbudget verantwortlich ist. Und die natürliche Folge kann nur sein, ob das nun moralisch oder nicht moralisch ist, daß alle anderen Kontribuenten, die ebenfalls beizutragen haben, aufhören werden zu zahlen. Sie haben schon bisher wenig gezahlt. Und sobald der arme reiche Onkel da sein wird, werden sie gar nichts mehr zahlen. Die Folge wird sein, daß wir den Lehrern gegenüber für den ganzen Betrag verantwortlich sein wer- 640