Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 630 (sequence 641)
- Language
- German, English, Hebrew
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17. Sitzung: Berieht der Erziehungskommission zum Ziele gesetzt hat. Die Organisation Tarbuth kann in allem dem Hechaluz verglichen werden. Der Unterschied ist nur der, daß die Tarbuth mit ihrer Arbeit schon im Kindesalter der Zöglinge beginnt. (Zwischenrufe.) Ich möchte nur hervorheben, daß sowohl die Leitungen der zionistischen Landesorganisationen wie auch die Exekutive der Organisation „Tarbuth" mehr Aufmerksamkeit zuwenden sollten und ebenso dem „Hajom". (Zwischenrufe.) Vorsitzender Vizepräsident Kaplan: Vor allem bitte ich um Ruhe, ich bitte hier nicht herumzustehen. Es liegt hier ein Antrag vor, alle diese Resolutionen der Exekutive als Material zu übergeben und hier nicht über sie abzustimmen. Ich gehe nun zur Abstimmung über. — Wer für den Vorsehlag ist, den Antrag 9 (siehe oben S. 623 f) sowie den Minoritäfcsantrag dazu (siehe oben iS. 629) der Exekutive als Material zu übergeben, den bitte ich die Hand aufzuheben. (Nach Abstimmung:) Der Kongreß hat beschlossen, diese Anträge der Exekutive zu übergeben. (Heftige Zwischenrufe.) Zu einer Mitteilung hat das Wort Herr Dr. Barth. Kongießanwalt Dr. A. Barth: Meine Herren! Ich bedaure sehr, in dieser vorgerückten Stunde mit einer Aufklärung auftreten zu müssen. Wie Sie gesehen haben, hat meine Fraktion bei der Abstimmung vor fünf Minuten den Saal verlassen. loh will Ihnen erklären, daß das geschehen ist als Protest gegen die Abstimmung, die dem vorausging und die von meiner Fraktion als eine Abstimmung gegen die Heiligkeit des Religionsgesetzes aufgefaßt worden ist. Als Protest hiergegen hat die Fraktion den Saal verlassen. Der Vorsitzende wünscht demgegenüber eine Erklärung abzugeben, und ich hoffe, daß sie ausreichen wird, damit die Fraktion wieder in den Saal zurückkehren kann. Vorsitzender Vizepräsident Kaplan: Ich möchte erklären, daß hier weder für noch gegen die Religion gestimmt wurde. Es wurde hier überhaupt nicht die Frage der Religion diskutiert. Wir haben hier nur die Probleme der hebräischen Universität behandelt und unsere Meinung dahin geäußert, daß der Lehr- und Forschungsbetrieb der Universität die unbeschränkte Lehrfreiheit zur Grundlage haben soll. Das ist doch wohl gar nichts Beleidigendes für die Religion. Wir gehen nun zur Tagesordnung über und ich glaube, daß meine Erklärung genügen wird. (Beifall.) Delegierter Dr. Rabin: Die Erziehungskommission glaubte, daß die Resolution, die dem Kongreß vorgelegt wurde und die erst nach langwierigen Verhandlungen mit den Misrachi-Vertretern endgültig formuliert wurde, hier ... Vorsitzender Vizepräsident Kaplan: Die Angelegenheit ist doch erledigt? Ich habe Euch doch eine Erklärung, abgegeben und ich glaube, daß damit die Sache erledigt ist. Herr Dr. Thon, haben Sie noch Anträge? Es gibt noch einen Antrag, und dann sind wir mit der Behandlung der Erziehungsfrageh fertig. 630