Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 629 (sequence 640)
- Language
- German, English, Hebrew
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Thon, Goldmann, Rosenhek den? Wir haben darauf bestanden, daß es in der Welt nicht heißen soll, wir hätten in Palästina eine klerikale Universität, wie sie bei anderen Völkern vorhanden sind, gegründet. Meine Herren, ich warne den Kongreß davor, in dieser Frage unvorsichtig zu sein, da uns dies in der ganzen Welt sehr schaden könnte. Wir haben doch tatsächlich eine Universität für Zwecke des Unterrichtes und der Wissenschaft gegründet, wobei es auch unser Wunsch ist, daß dort der jüdische Geist in all seinen Formen zum Ausdruck kommen soll, ob es sich nun um religiöse oder nichtreligiöse Dinge handelt. Wir wissen ganz genau, daß die Religion eines der wichtigsten kulturellen Güter unseres Volkes ist, und wir verhalten uns auch zu ihr mit der entsprechenden Ehrerbietung, aber trotz alledem ist es doch unmöglich, irgendeine Tradition oder eine feststehende Weltanschauung zur Grundlage der wissenschaftlichen Forschung zu machen. Ich fordere daher nachdrücklichst vom Kongreß, das Amendement Rabbi Usiels abzulehnen. Vorsitzender Vizepräsident Kaplan: Ich bringe das Amendement Usiel zur Abstimmung-. (Nach Abstimmung:) Abgelehnt. Bitte um Ruhe! Nun kommt der Antrag 12 in der Fassung der Kommission (siehe oben Seite 624),. (Nach Abstimmung:) Der Antrag ist angenommen. (Beifall, Pro testrufe rechts, der größte Teil der Delegierten des Misrachi verläßt den Saal). Kongreßsekretär Dr. Löwenstein (verliest Antrag 8, siehe oben Seite 623). Vorsitzender Vizepräsident Kaplan: Herr Grünbaum, wollen Sie dagegen sprechen? Nein! Wir werden also die Abstimmung zu Ende führen. (Nach Abstimmung:) Der Antrag 8 ist angenommen. Kongreßsekretär Dr. Löwenstein (verliest den Antrag 9. siehe oben Seite 623 f). Dazu liegt folgender Minderheitsvorschlag vor: Dei 14. Kongreß erklärt nochmals mit allem Nachdruck die Notwendigkeit der Herrschaft der hebräischen Sprache in den jüdischen Schalen der Gallith nnd fordert von der Exekutive und den Leitungen der Zionistischen Organisationen aller Richtungen, ihre ganz besondere Aufmerksamkeit der Arbeit der Gesellschaft „Tarbuth" in den Ländern der Galuth zuzuwenden. Der Kongreß fordert von der zionistischen Leitung, alles zu tun, was in ihren Kräften steht, damit die Position des „Hajom", der die nationale hebräische Zeitung in der Galuth ist, die die jüdischen Massen im Sinne des Nationalismus und der hebräischen Kultur erzieht, gestärkt und in seiner Entwicklung gefördert werde. Delegierter Sam. Rosenhek (hebräisch): Es besteht gar nicht die Notwendigkeit, hier über die Herrschaft der hebräischen Sprache in der Galuth zu sprechen. Es sind schon diesbezüglich viele Versuche gemacht worden, und diese Sache ist schon längst geklärt. Jetzt müssen wir daran gehen, das Erziehungswerk auszubauen. Es gibt in der Galuth eine Organisation „Tarbuth", die sich die Schaffung eines hebräischen Schulwesens 629