Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 600 (sequence 611)
- Language
- German, English, Hebrew
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17. Sitzung: Bericht der Immigrationskommission halb haben wir unseren Vorschlag eingebracht, der, nebenbei bemerkt, schon seit einigen Jahren im Palästinaamt in Warschau und anderen Orten verwirklicht ist. Meiner Meinung nach kann man den Schaden, den der Mittelstand bringt, in einen Nutzen umwandeln. Es ist nicht genug, wenn man gegen den Mittelstand auftritt, sondern man muß ihm den richtigen Weg zeigen, man muß ihn organisieren. Es ist doch jedem klar, daß die Einwanderer aus dem Mittelstande die Lage in Palästina kennen sollen, und zwar sollen sie nicht nur eine allgemein gehaltene Information erhalten, sondern über ihre Aussichten in Palästina informiert werden. Nun, Herr Gottlieb, werden Sie doch wissen, daß ein allgemeiner Informationsdienst schon jetzt eingerichtet ist. Vorsitzender Vizepräsident Berlin: Ich bitte Sie, Herr Mereminski, Sie haben sich nicht mit eintzelnen Delegierten zu unterhalten, sondern zum gesamten Kongreß zsu sprechen! Mitglied des Actions-Gomites Mereminski (fortfahrend): Ich sage folgendes: Es ist jetzt eine große Auswanderungsbewegung nach Palästina im Zuge. Und diese Bewegung muß und soll anhalten. Man muß also die Aufmerksamkeit und die nötigen Mittel darauf konzentrieren und einen gut funktionierenden Apparat schaffen, der sich mit der Organisierung dieser Elemente vor ihrer i^uswanderung nach Palästina zu beschäftigen hätte. Der vorhergegangene Kongreß hat einen von uns eingebrachten Antrag angenommen. Wir hatten den Vorschlag gemacht, daß Familien, die nach Palästina auswandern wollen, sich zu einer Wanderungs-Kooperative zusammenzuschließen haben, um auf diese Weise ihre Kapitalien zu konzentrieren und einzelne Familienmitglieder allmählich im Laufe von Jahren nach Palästina zu schicken. Ich weiß nicht, ob das eine Aufgabe der Palästinaämter ist, aber meiner Meinung nach ist es eine Aufgabe des Zionismus, und der Kongreß hat dafür zu sorgen. Es gibt eine Machlakath Haawodah. Wir sollen alle an der Machlakath Haawodah teilnehmen. (Zuruf: Bitte sehr!) Ueber diesen Punkt werden wir später sprechen. Wenn Ihr von diesem Kongreß aus auch dem Mittelstand etwas bringen wollt, müßt Ihr hier einen entsprechenden Apparat, eine Kommission für Handel und Industrie schaffen, die sich nicht nur auf den Informationsdienst beschränkt, sondern auch die Auswanderung der Handels- und Industrieelemente nach Palästina veranlaßt, ihre Kapitalien konzentriert und ihre Einwanderung reguliert, damit sie vorbereitet nach Palästina kommen und dem Lande Nutzen bringen. (Lebhafter Beifall.) Vorsitzender Vizepräsident Berlin: Wir bitten nochmals die Nichtdelegierten, sich so starker Aeußerungeii zu enthalten. Wir schreiten jetzt a.n die Abstimmung,. (Nach Abstimmung:) Mit 101 gegen 53 Stimmen ist der Majoritätsantrag (siehe oben Seite 598 Antrag Ca) angenommen, der Minoritätsvorschlag ist abgelehnt. 600