Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 599 (sequence 610)
- Language
- German, English, Hebrew
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Rosenblüth, Gottlieb, Mereminski 6.b) (Minoiitätsantiag.) Der Kongreß macht es allen Palästinaämtern zur Pflicht, spezielle Handels- und Industrieabteilungen zu gründen, in denen der gesamte Informationsdienst und alle Bemühungen zur Organisierung der Olim für Zwecke des Handels und der Industrie zu zentralisieren sind. Diese Abteilung soll geleitet werden von demjenigen Teil der Palästinakommission» der am meisten an den Fragen des Handels und der Industrie interessiert ist. Das Präsidium des Palästinaamtes soll in dieser Abteilung gemäß den Beschlüssen des 13. Kongresses in derselben Weise vertreten sein wie in der Machlakath Awodah. Vorsitzender Vizepräsident Berlin: Es koimmt jetzt die UeberSetzung beider Vorschläge. (Nach erfolgter Ueberseteung.) Jetzt kommt ein Redner für und einer gegen den Mehr- oder Minderheitsantrag. Für den Majoritätsantrag Dr. Gottlieb! Mitglied des Actions-Comites Dr. J. Gottlieb (jüdisch): Meine Herren, der Vorschlag, eine Abteilung für Handel und Industrie zu schaffen, stammt von der Linken. Wir haben uns gegen diesen Vorschlag ausgesprochen. Gerade wir, die Majorität, unter denen wirklich Leute vorhanden sind, die an dem Aufblühen einer Industrie in Palästina Interesse haben, haben uns gegen die Bildung solcher Abteilungen bei den Palästinaämtern ausgesprochen, da diese unserer Meinung nach im gesellschaftlichen Leben solche Zustände schaffen würden, die zionistische, nationale Institutionen veranlassen könnten, dem Palästinaamt fernzubleiben. Dagegen sind wir der Meinung, daß man Informationsbureaus schaffen soll. Ich ersuche Sie, gegen den Vorschlag, Handels- und Industnieabteilungen bei den Palästinaämtern zu bilden, zu stimmen. Vorsitzender Vizepräsident Berlin: Für den Mmoritätsvorschlag Herr Mereaniaski. Mitglied des Actions-Comites Israel Mereminski (jüdisch): Schon einmal auf dem letzten Kongreß — es ist sehr interessant, das festzustellen — wurde von uns der Vorschlag gemacht, solche Abteilungen zu schaffen. Hier auf dem Kongreß wird von Vertretern der Linken und der Rechten erklärt, daß die Mittelstandseinwanderung nicht organisiert sei, daß wir an sie verschiedene Ansprüche stellen müßten, daß sie in Palästina Verwirrung schaffe und dem Lande nicht den Segen bringe, den sie bei entsprechender Organisierung bringen könnte. Nun wird von beiden Seiten auf dem Kongreß erklärt, daß es um die Bewegung und um die Zionistische Organisation sehr schlecht bestellt dst, wenn man in den letzten zwei, bezw. fünf Jahren nichts getan hat, um diese Elemente zu organisieren. Herr Gottlieb wirft uns immer vor, daß wir keinen Sinn für Ordnung haben, daß die gesamte nationale Kolonisation in Palästina nur bei entsprechender Organisierung vor sich gehen kann, da im entgegengesetzten Falle unsere weitere Arbeit im Lande gefährdet ist. Des- 599