Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 588 (sequence 599)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3476254-3476282--6298-3482444- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
17. Sitzung: Bericht der Kolonisationskornmission bedenklich, daß wir hier Unterschiede machen. Der Zionismus -koonnit m den Juden und sagt, aaß wir alle Söhne des jüdischen Volkes als Brüder betrachten; ob sie nun Sephardim oder Asehkenasim sind, ist gleichgültig, Juden sind Juden. Warum sollen wir jetzt eine solche Unterscheidung einführen? Wenn Sie zum Beispiel sagen wunden, Sie wollen etwas für die Kolonisation von Juden aus der Ukraine bewilligen — ich weiß nicht, ob der Kongreß das tut, das ist seine Sache, aber das hat einen Sinn. Oder, weunn Sie sagen: für Juden aus Marokko, das verstehe ich noch eher. Aber mit Ihrem Antrage werfen Sie einen ganzen Konfliktstoff herein und ich weiß nicht, ob das für uns günstig ist. Wir haben bis jetzt brüderlich zusammengearbeitet; wot&u jetzt solche Unterschiede? (Beifall.) Berichterstatter Dr. Schmorak: Der Standpunkt unseres verehrten Herrn Präsidenten war ebenfalls der Standpunkt der Kolonisationskommission. Wir haben den Vertretern der Sephardim während der Debatte nahegelegt, daß wir keine Unterschiede machen wollen und machen können. Die Herren haben sich aber auf den Standpunkt gestellt, daß sie sich benachteiligt fühlen, und haben verlangt, daß der Kongreß einen einmaligen Betrag bewilligt, damit sie zu Hause sagen können, daß der Kongreß keine Unterschiede kennt und Gleichberechtigung übt zwischen Sephardim und Asehkenasim. Und daraufhin ist in der Kolonisationskommission der Beschluß gefaßt worden. Delegierter Rabbi Bension Usiel (hebräisch): Meine Herren, ich möchte auch schon den Tag erleben, an dem wir die Galuthbezeichnungen Sephardim und Asehkenasim nicht mehr gebrauchen. Aber hier, meine Herren, handelt es sich um etwas anderes. Es handelt sich nicht um Sephardim, sondern um landwirtschaftliche Siedlungen von Juden, die zufällig aus dem Orient und den Balkanländern stammen. Es handelt sich also darum, diesen Leuten zu helfen, da sie sonst viel zu leiden haben werden. Es gibt solche Siedlungen in Zidon, in Akko, in Kirjath-Schaul. Sie haben Boden gekauft und taten alles, was nur in ihrer Möglichkeit war. Wenn man ihnen aber nicht die nötige Hilfe gewährt, dann werden sie nicht existieren können und gänzlich zu Grunde gehen. Es ist also nur zufällig eine Frage von Sephardim. In der Kolonisationskommission haben wir den Namen „Sephardim" nicht genannt, sondern uns der Bezeichnung „Kolonisierung der orientalischen Einwanderer" bedient. Wir meinen also damit die Ansiedlung von Einwandererelementen aus Marokko, Persien und allen anderen Orientländern. Aber diese Frage ist wirklich keine Frage von Sephardim, und ich bin der Meinung, daß man diese Leute genau wie alle anderen unterstützen müsse. Die Sephardim sind die ersten, die den Namen „Sephardim" vergessen möchten, da er ihnen Verfolgungen und Unterdrückung in Erinnerung bringt und bei ihnen deshalb nicht beliebt ist. Aber leider hat es das Schicksal >so gefügt, daß wir bis heutzutage diesen Namen führen müssen. Die sephardischen Kolonisten haben große Schwierigkeiten und sie beschlossen, entweder nach den Ursprungsländern zurückzukehren oder ihre Arbeit in Palästina fortzusetzen, wenn man ihnen hilft. Wenn Ihn* der Mei- 588