Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 577 (sequence 588)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3476254-3476282--6287-3482433- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Fischer, Hellmann, Brodetsky ganzen um drei Länder handelte, deren Sachlage uns bekannt ist. Im Moment aber, wo ein Prinzip vorgeschlagen wird, dessen Auswirkungen wir nicht voraussehen können, müssen wir gegen den ganzen Antrag stimmen. Wir wären bereit gewesen, der Gewährung einer Ausnahme in drei oder vier Ländern beizustimmen. Wenn man uns sagt, daß man die besondere Behandlung, die man unter bestimmten Bedingungen den vier Ländern zubilligt, auch anderen Ländern, die sich in ähnlicher Lage befinden, zugestehen muß, so ist das Argument begreiflich, aber da auf diese Weise eine weitgehende Aenderung, deren Wirkungen wir nicht voraussehen können, hervorgerufen wird, sind wir gezwungen, gegen den ganzen Antrag zu stimmen. Ich schlage vor, diese ganze Bestimmung zu streichen, das heißt den Kommissionsantrag sowie die Anträge der Herren Fischer und Dr. Bension abzulehnen. Vorsitzender Vizepräsident Motzkin: Ich erkläre die Debatte über diesen Gegenstand jetzt als abgeschlossen. Es liegen zwei Anträge, sowie ein Amendement des Herrn Dr. Bendon vor. Hierzu beantragt Herr Dr. Hellmann, die gan&e Bestinwnimg zn streichen, d. h. beide Anträge und das Amendement abzulehnen. Ich lasse darüber abstimmen. (Nach erfolgt-er Ab&tiimanung:) Der Antrag Hellmann ist mit 67 gegen 55 Stimmen angenommen, somit geilten die beiden Anträge und das Amendement (siehe oben Seite 574 ff) als abgelehnt. (Zurufe, Unruhe.) Sie behaupten, daß die Zählung falsch war? Ich begreife nicht, wie Sie diese Zählung, die von unseren unparteiischen Funktionären vorgenommen wu/rde, beanständen können. Diese Bezweaflung ist nicht am Platze. Aber da es bezweifelt worden ist, werden wir nochamls abstimimen. (Nach der Abstimmung:) Meiaie Herren, ich konstatiere, daß die Ablehnung mit 67 gegen 55 Stimmen beschlossen worden ist und daß jedenfalls die neuerliche Abstiraarainiig dasselbe Resultat ergeben hat wie die vorherige. Berichterstatter Professor Brodetsky (fortfahrend): Jetzt komme ich zur Frage des Actions-Comites und des Zentralrates. Der Zentralrat wudre vor vier Jahren, auf dem 12. Kongreß, beschlossen; schon vor zwei Jahren, auf dem 13. Kongreß, hat man die Wichtigkeit und den Nutzen dieses Zentralrates bezweifelt, aber man hielt die Zeit noch nicht für reif, den Zentralrat abzuschaffen. Jetzt sind wir jedoch zu dem einstimmigen Beschluß gekommen, Ihnen folgende Resolution vorzuschlagen: „Der Zentralrat (Jahreskonferenz) wird abgeschafft. Im kongreßlosen Jahre hat eine zn diesem Zwecke einberufene Tagnng des Actions-Comites das Budget für das nächstfolgende Jahr zu beschließen." Vorsitzender Vizepräsident Motzkin: Also Sie haben gehört, es wind eine grundlegende Aenderung, und zwar die Abschaffung des Zeotnalrats beantragt. (Nach der Abstimmung:) Der Antrag ist angenommen. Berichterstatter Professor Brodetsky: Da der Zentralrat abgeschafft wird, muß man beschließen, wie seine Kompetenzen verteilt werden sollen. Bei uns in der Kom- 37 577