Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 571 (sequence 582)
- Language
- German, English, Hebrew
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ldelsohn, Moses, Grawichi Berichterstatter Dr. Moses: Ich habe Ihnen noch zu berichten über einen von der Kommission abgelehnten Antrag, für den ein Minderheitskorreferent referieren wird, einen Antrag, der dahin geht, daß jeder Landesschekelverband zehn Prozent der von ihm einkassierten Gelder oder einen andern vom Actions-Comite festzusetzenden Prozentsatz als Beitrag zur Deckung der mit der Schekelverwaltung verbundenen Ausgaben erhalten soll. Werter Kongreß, dieser Antrag ist von der Mehrheit der Kommission abgelehnt worden. Er ist geboren aus der Besorgnis, daß die Einführung des Einheitsschekels, wenn nicht eine solche Regelung eintritt, vielleicht zu einem verringerten Schekelverkauf führen könnte. Die Mehrheit der Kommission ist der Meinung, daß das nicht zutrifft, daß eine solche Besorgnis nicht besteht, und ist weiter der Ansicht, daß bei dem verhältnismäßig niedrigen Schekelpreis von einem Schilling im Interesse der Finanzen der Exekutive eine Kürzung der Schekeleinnahmen nicht angängig ist. Delegierter Josef Grawicki (jüdisch): Hoher Kongreß, dem oberflächlichen Beobachter scheint unser Minderheitsvorschlag von keiner Bedeutung zu sein. Aber es ist ein Irrtum zu glauben, daß wir uns mit der Einführung des Einheitsschekels begnügen können und behaupten dürfen, daß wir damit in unserer Organisation eine Reform durchgeführt haben, die ohne Zweifel von sehr großer Bedeutung sein wird und sein muß. Wir müssen uns darüber klar sein, daß diese wichtige Reform, die ein Segen für die Organisation sein kann, auch mit gewissen Opfern verbunden ist. Erstens wird die Propaganda erschwert werden in den ersten paar Jahren, bis gewissermaßen die Institution des Einheitsschekels in unserer Bewegung Fuß fassen wird und sich die Massen in diese Institutionen gewöhnen werden. Es ist weiter die Gefahr vorhanden, daß die Landesschekelverbände keine Möglichkeit haben werden, den Schekel zu verbreiten. Wir haben in der Kommission den Beschluß gefaßt, einen Landesschekelverbancl zu schaffen. Aber, meine Herren, wenn der Landesschekelverband keine Mittel zur Verbreitung des Schekels haben wird, wenn ihm die Mittel für die Schekelpropaganda fehlen werden, dann wird die Einführung des Einheitsschekels eine Verkleinerung der Zahl der verkauften Schekalim zur Folge haben. Der Vorschlag der Kommissionsmehrheit ist in der Kommission von den Anhängern des Misrachi, die ja überhaupt gegen den Einheitsschekel sind, unterstützt worden, und zwar in der Absicht, mit diesem Vorschlag die Idee des Einheitsschekels überhaupt zu kompromittieren. Wir betrachten dies als eine ernste Gefahr für die wichtige Reform, die wir jetzt beschlossen haben, und deshalb legt Ihnen die Minderheit folgenden Vorschlag zur Beschlußfassung vor: 571