Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 542 (sequence 553)
- Language
- German, English, Hebrew
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16. Sitzung: Kommissionsbericht über Jewish Ägency sehen Körperschaften sichern sollte. Die Jewish Agency hat zwei Aufgaben zu erfüllen. Zur ersten Aufgabe gehört die Mitarbeit am Aufbau des jüdischen Heimes in Palästina, dde zweite Aufgabe ist laut dem vierten Artikel des Mandats Vertrages die Beratung der Regierung in allen Angelegenheiten der jüdischen Bevölkerung Palästinas. Es ist nun undenkbar, daß, wenn in der Jewish Agency nicht nur Vertreter der Zionistischen Organisation, sondern auch Vertreter plutokratdscher und halb assimilierter Organisationen sitzen werden, die alle zusammen über die Angelegenheit der jüdischen Bevölkerung Palästinas Beschlüsse fassen, daß bei einer solchen Lage der Dinge nicht auch der jüdischen Bevölkerung Palästinas eine entsprechende Vertretung zugesichert werden sollte. Als wir dies in der Politischen Kommission vorgebracht haben, wurde uns geantwortet, dies sei eine Selbstverständlichkeit. Wir aber wollen eben diese Selbstverständlichkeit in der Konstitution der Jewish Agency verankert wissen. Ein weiteres Amendement: Wir verlangen, daß die Gewerkschaften der jüdischen Arbeiter innerhalb der fünfzig Prozent der nichtzionistischen Sitze entsprechend den Verhältnissen jedes Landes ihren Platz finden. Allen jüdischen Gewerkschaften soll man innerhalb der fünfzig Prozent nichtzionistischer Sitze einen Platz reservieren. (Zwischenruf: Vielleicht auch dem „Bund'?) Dem „Bund1 auch, denn er ist nicht ärger als Marshall! Wir wollen, daß der „Bund" in den jüdischen Gewerkschaften Amerikas am Aufbau Palästinas mitarbeite. (Beifall und Zwischenrufe.) Zu unserem großen Bedauern steht heute noch ein großer Teil der organisierten jüdischen Arbeiterschaft dem Gedanken des Aufbaues einer jüdischen nationalen Heimstätte in Palästina gleichgültig gegenüber. Aber wir müssen damit rechnen und unsere Bemühungen darauf richten, daß die Arbeiterschaft früher oder später an dem Aufbau Palästinas teilnimmt. (Beifall.) Wir hoffen nun, der jüdischen Arbeiterschaft einen Platz in der Jewish Agency zu sichern. In einigen Monaten wird in Amerika der Drive der Nichtziondsten, deren Vertreterzahl in der Jewish Agency durch die Konstitution gesichert ist, beginnen und wir wollen es verhüten, daß die jüdischen Gewerkschaften, die 500.000 Arbeiter umfassen, bei der Mandatsverteilung übergangen werden. Wir glauben, daß der Augenblick kommen wird — und wir werden mit allen Kräften daran arbeiten, daß er so schnell wie möglich kommt — wo die vereinigten jüdischen Gewerkschaften Amerikas bereit sein werden, in die Jewish Agency einzutreten, und deshalb wollen wir ihnen im amerikanischen Teil der Jewish Agency eine entsprechende Vertretung sichern, damit die assimilatorischen Organisationen nicht alle Mandate für sich beanspruchen, sondern einen entsprechenden Teil der vereinigten jüdischen Arbeiterschaft abtreten müssen. (Beifall.) Wo ist die Garantie, daß dem organisierten jüdischen Jischuw Palästinas nach zehn Jahren ein entsprechender Teil der Sitze — mindestens zehn Prozent — gesichert sein wird? 542