Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 541 (sequence 552)
- Language
- German, English, Hebrew
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Ben Gurion Delegierter D. Ben Gurion (jüdisch): Geehrter Kongreß! Im Namen einer Minorität der Politischen Kommission, im Namen der sozialistischen Fraktion, möchte ich folgende Amendements zu den Resolutionen der Politischen Kommission unterbreiten. Wir sind nicht gegen das Prinzip der Erweiterung der Jewish Agency. Wir anerkennen die Wichtigkeit der Heranziehung aller Teile des jüdischen Volkes zur Mitarbeit an dem Aufbau Palästinas. Wir begreifen die Notwendigkeit der Heranziehung des ganzen jüdischen Volkes in dem Zustande, wie es sich befindet, mit all seinen Fehlern. Aber wir wollen eine Garantie haben. Wir wollen dessen sicher sein, daß man im Laufe der Zeit die Möglichkeit haben wird, die Organisation der Jewish Agency auszugestalten und in ihr den Grundgedanken durchsetzen und durchführen, auf dem die ganze zionistische Idee beruht, nämlich den Gedanken der nationalen Verantwortlichkeit des ganzen jüdischen Volkes, den Gedanken der demokratischen Organisierung der jüdischen Massen für den Aufbau Palästinas. Wir schlagen deshalb folgende Amendements vor: Erstens verlangen wir, daß in die Konstitution der Jewish Agency ein Punkt aufgenommen werde, in dem die Grundsätze der jüdischen Arbeit und der hebräischen Sprache als organische Teile nicht nur des zionistischen Kongresses, sondern auch der Konstitution der Jewish Agency anerkannt werden sollen. (Beifall.) Eine weitere Forcierung, die wir stellen, ist, daß wenigstens die Organisationen, die jetzt in die Jewish Agency eintreten, auf demokratischer Basis herangezogen werden, wenngleich diese Organisationen an und für sich nicht in allen Fällen demokratische Organisationen sind. Wir beantragen also, die Worte „soweit als möglich" in Resolution 1, Absatz b) zu streichen. Wir schlagen weiters vor, daß in Punkt c), der allen amerikanischen Organisationen vierzig Prozent aller nichtzionistischen Sätze zusichert, ein Satz aufgenommen werde, der zehn Prozent der nichtzionistischen Sitze für den organisierten jüdischen Jischuw in Palästina vorsieht. Zu diesem Punkte will ich eine kurze Bemerkung machen. Die Erweiterung der Jewish Agency geht von dem Gedanken aus, daß die der Zionistischen Organisation zur Verfügung stehenden Kräfte allein nicht das Aufbauwerk vollbringen können, daß wir vielmehr die Notwendigkeit der Organisierung aller anderen im jüdischen Volke vorhandenen Kräfte, sowohl auf politischem wie auf finanziellem Gebiet, einsehen. Das ist die Idee der Zusammenarbeit der Zionistischen Organisation mit allen anderen jüdischen Körperschaften. Es ist nun undenkbar, daß der zionistische Kongreß, der über diese Fragen zu beschließen hat, dem organisierten jüdischen Jischuw Palästinas nicht den entsprechenden Platz unter allen anderen jüdi- 541