Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 524 (sequence 535)
- Language
- German, English, Hebrew
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16. Sitzung: Kulturdebatte men, wirkt begeisternd vor allem die Tatsache, daß alle Kinder hebräisch sprechen. Der hebräische Unterricht ist in Palästina erfolgreich durchgeführt worden, und je größer sein Erfolg in Palästina ist, umso leichter setzt er sich auch in Amerika durch. Es ist deshalb nicht zu viel gesagt, wenn ich behaupte, daß die Seele der hebräischen Bewegung die einzige Hoffnung der jüdischen Renaissance in Palästina und das Mittel für die Hebung des Schulwerkes in Palästina ist Dieses Schulwerk hat seine Bedeutung in sich selbst, zugleich aber ist alles, was in Palästina auf diesem Gebiete geschaffen wird, von großer Bedeutung für die hebräische Erziehungsarbeit in der Galuth. Wir hoffen deshalb, daß der Kongreß im Interesse der Sache und der zionistischen Bewegung das nötige Budget bewilligen wird, um das hebräische Schulwerk sicherzustellen. (Beifall.) Mitglied des Actions-Comites Rabbiner J. L. Fischmann (hebräisch): Geehrter Kongreß! Wir haben das Referat unseres Präsidenten, Herrn Sokolow, über die Bedeutung der Erziehungsarbeit in Palästina für die nationale Bewegung gehört. Und ich glaube, daß niemand von uns an der großen Wichtigkeit dieser Arbeit zweifelt, insbesondere wissen die Mitglieder des Misrachi, daß die Erziehungsarbeit einer der wichtigsten Bestandteile unserer nationalen Arbeit ist. Wir Misrachisten sind davon überzeugt, daß es ohne hebräische Kultur und hebräische Erziehung keine jüdische Renaissance geben kann. Indes dachten wir, daß Herr Sokolow den gegenwärtigen Stand des Erziehungswerkes in Palästina behandeln würde. Ich glaubte* daß Herr Sokolow, der hier selbst sagte, daß er alle (Schultypen Palästinas aus eigener Anschauung kennt, ein umfassendes Referat über den Stand des Chinuch in Palästina halten würde. Aber zu unserem Bedauern hat Herr Sokolow kein Referat, sondern eine Rede gehalten, zwar eine wunderbare und begeisterte Rede, aber keinen Ueberblick über die Lage des Chinuch. Herr Sokolow und nachher auch Herr Yellin sprachen über das große Wunder der Wiederbelebung der hebräischen Sprache in Palästina. Es ist selbstverständlich nicht zu leugnen, daß die Tatsache der Wiederbelebung der hebräischen Sprache in Palästina ans Wunderbare grenzt; aber leider haben die genannten Redner, ich weiß nicht, ob mit oder ohne Absicht, verschwiegen, daß es in Palästina viele jüdische Schulen gibt, die die Unterstützung der Zionistischen Organisation und der zionistischen Fonds geniesen, die aber trotz der Wiederbelebung der hebräischen Sprache nichts mit jüdischer Religion und mit jüdischer Thora zu tun haben. (Beifall.) Herr Sokolow sagte, bevor der Misrachi Parteipolitik in Fragen der Erziehung betreibe, möge er an den Mischna-Satz denken: „Was ist zu befolgen und was ist nicht zu befolgen." Ich glaube nun «sagen zu können, daß wir Misrachisten diesen Satz keineswegs vergessen haben und der Ansicht sindj daß an der bisherigen Erziehungsarbeit mit Bibelkritik 524