Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 523 (sequence 534)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/3476254-3476282--6233-3482379- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Klee, Brainin Ich glaube, daß wir heute nicht erst daran gehen müssen, unser hebräisches Schulwerk zu popularisieren, es ist populär genug, sondern die Arbeit soll in praktischen Formen angegangen werden. Ich meine, diese Arbeit ist von ungeheurem Wert. Sie kann von geeigneten Vertrauensmännern, die zu einem Komitee zusammengeschlossen werden, das der Exekutive angegliedert ist, und von einem Arbeitskomitee außerordentlich gefördert werden. Und wir kommen dann zu einer Beruhigung unserer palästinensischen Arbeit und zu einer wirklichen gedeihlichen Entwicklung des Erziehungswerkes. Vergessen wir doch unbedingt nicht, daß diese Arbeit von Jahr zu Jahr einen größeren Umfang annimmt, sie steigt schon mit jedem Monat. Heute wird Palästina monatlich von dreitausend neuen Einwanderern besiedelt, und wenn diese Besiedlung so einige Zeit fortgeht, so kommen wir doch sehr bald in die Situation, daß unser Budget überhaupt in keinem Verhältnis zu dem palästinensischen Bedarf mehr steht. Es wird der Tag kommen, wo wir überhaupt kein Budget aufstellen, wo wir sagen müssen: Wir haben so und so viele Kinder, ein Kind macht so und so viel Kosten; haben wir so und so viel in der Volks- und so viel in der Mittelschule, so ist die Summe so und so groß, multipliziert mit der Zahl der Kinder. Das müssen wir ausgeben von den Geldern, die uns zur Verfügung stehen, die notwendig verteilt werden müssen, nicht indem es heißt: „Was können wir dieser oder jener Schule geben", sondern wir geben einfach pro Kopf, müssen eine Gesamtsumme aussetzen und dieses Budget aufteilen. Da wir es in absehbarer Zeit aber nicht erzielen können, dieses Budget aus den Mitteln unseres gewöhnlichen Palästinabudgets zu decken, empfehle ich für diesen Zusatz sämtliche jüdischen Gemeinden der Welt zu verpflichten. (Lebhafter Beifall.) Delegierter Renben Brainin (mit lebhaftem Beifall begrüßt — hebräisch): Meine Herren, Sie kennen sicher den Eindruck, den die Eröffnung der hebräischen Universität in Jerusalem auf die Judenheit Amerikas gemacht hat. Aber kurz nachher kam die Nachricht von dem Streik der hebräischen Lehrer im Lande. Welch ein Widerspruch zwischen diesen beiden Ereignissen! Einerseits das große nationale Fest der Eröffnung der Universität, die auf die Juden Amerikas einen viel größeren Eindruck gemacht hat als seinerzeit die Balfour- Deklaration, und andererseits der Lehrerstreik! Und ich muß hervorheben, daß es sehr wichtig ist, die zur Erhaltung der Lehrer notwendigen Mittel sicherzustellen, weil diese Frage sowohl für die Erziehung wie für die allgemeine Lage im Lande von großer Bedeutung ist. Die jüdischen Schulen Palästinas werden jetzt schon von den Juden Amerikas als Vorbild für die Einrichtung ihres eigenen Schulwerkes angesehen. Dieser Erfolg ist der Iwrith b' Iwrith-Unterrichtsmethode zu verdanken. Auf alle Touristen, die nach Palästina kom- 523