Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 522 (sequence 533)
- Language
- German, English, Hebrew
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16. Sitzung: Kulturdebatte setzen zu unserem Budget, weil das ein falsches Bild gibt. Man kann nicht sagen, für Palästina werden fünf oder sechshunderttausend Pfund jährlich in unserem Budget festgesetzt, im normalen Verhältnis dazu steht also dieser und jener Posten, und so betrachtet man auch die Erziehung. Denn dabei vergessen wir, daß in Palästina Millionen von anderer Seite investiert werden, die nicht in unserem Budget festgesetzt sind. Allerdings hat für die Erziehung die ganze für Erziehungszwecke aufgebrachte Summe zu dienen, und wir haben zweifellos auch für das Erziehungswerk neben den in unserem Budget festgesetzten Beträgen Summen aufgebracht. Diese Summen aber stehen zu dem, was wir aufbringen, immer noch nicht in dem Verhältnis, das nötig ist im Verhältnis zur gesamten wirtschaftlichen Aufwendung für Palästina. Ich möchte daher vorschlagen: Nehmen wir das Budget, das wir für die Erziehung aussetzen, nur als Budgetzusatz, nur als Zuschuß. Nicht Herausnahme des Schulwerks aus der Organisation, nicht Herausnahme aus der zionistischen Verwaltung, aber Aufbringung der für die Erziehung notwendigen Summen aus anderen Kreisen oder mit ihrer Hilfe. Und hier, glaube ich, ist etwas zu machen, etwas durchzuführen, was in der Richtung der Politik liegt, die wir auch bei unserer Agency anstreben: Heranziehung anderer Kreise. Erziehung in Palästina ist immer etwas gewesen, was die ganze Judenheit der Welt interessiert hat. Und das, was sonst nur in unserem besonderen Interesse war, hat sich so allgemein durchgesetzt, daß wir mit dem Ergebnis ganz zufrieden sein können. Im nationalen und im hebräischen Interesse, glaube ich, haben sich in dieser Beziehung die Zeiten geändert. Es gibt wohl kaum noch jemand, auch außerhalb der zionistischen Kreise, der glaubt, man könne etwas anderes in Palästina fördern wollen als ein nationales und hebräisches Erziehungswerk. Will ich in unserem Erziehungswerk heute sicher gehen, so möchte ich dringend wünschen, daß wir die Diaspora ganz organisch zu dieser Arbeit heranziehen. Ich bin fest überzeugt, daß es bei einer systematischen guten Arbeit keine jüdische Gemeinde in der gesamten Welt geben würde, die nicht für das Erziehungswerk in Erez Israel Beiträge zur Verfügung stellt. Es erfordert aber wirklich eine absolut organische, systematische Arbeit. Es geht nicht von heute auf morgen, es wird noch einige Jahre in Anspruch nehmen müssen, es .ist aber zweifellos, daß man es ausführen wird. Nur so ist es möglich, daß wir zunächst an die großen Gemeinden der Welt herantreten und dann bis in die jüdischen Gemeinden in allen Ländern gehen. Wenn wir jährliche feste Beträge für das Erziehungswerk in Palästina bekommen können, ist das Erziehungswerk in Palästina sichergestellt. Ich sage noch einmal: Es bleibt in der Verwaltung der Zionistischen Exekutive und Zionistischen Organisation, es bleibt souteniert von der Zionistischen Organisation, aber ein Budgetfonds muß organisatorisch gesammelt und dazu müssen die allgemeinen Organisationen herangezogen werden. 522