Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 521 (sequence 532)
- Language
- German, English, Hebrew
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Mossinsohn, Klee ken, also aus den Kreisen, die vielleicht die Majorität des jüdischen Volkes bilden, und ich habe schon betont, daß diese Leute nach Palästina gehen sollen — dann müssen Sie aber doch diese Kreise für Palästina vorbereiten. Sie haben nicht nur für die finanzielle und ökonomische Vorbereitung und Organisierung dieser Leute die Verantwortung zu tragen, sondern Ihre Aufgabe ist es, diese Einwanderer in der Galuth schon in diesem Sinne vorzubereiten, daß sie, in Palästina angekommen, unsere Renaissancebewegung stärken und nicht ein Hindernis für sie bilden. (Beifall.) Es handelt sich aber nicht nur um die Alijah. Ich befürchte, daß wir überhaupt unsere ganze zionistische Arbeit plan- und systemlos leiten. Die in unserem Besitze befindlichen Schätze verbrauchen wir, ohne für die Ansammlung anderer zu sorgen. Ein gewisser Kreis ist Träger des Zionismus, und zwar sind es diejenigen Leute, die in der jüdischen Schule, im Cheder oder bei ihren Eltern eine echt jüdische Erziehung erhalten haben. Mit diesen Menschen zu arbeiten ist leicht, aber auch die folgenden Geschlechter müssen vorbereitet werden, sonst werden wie niemanden haben, an den wir uns wenden können. Wir werden zu Menschen kommen, die uns ganz fremd geworden sind. Wir müssen unsere bisherigen Positionen schützen und neue Positionen erobern. Von diesem Kongreß muß ein Ruf ausgehen nach kultureller Arbeit in der Galuth und in Erez Israel. Die Frage der Kultur darf uns keine Frage des Geldes sein, sondern die wichtigste Frage des Geistes. (Lebhafter Beifall.) Delegierter Dr. Alfred Klee: Ueber die Bedeutung des Erziehungswerkes bei uns zu sprechen, erscheint mir als überflüssig; ein jeder ist von der Bedeutung dieser Frage durchdrungen. Auf der anderen Seite erleben wir aber seit Jahren die betrübliche Erscheinung, daß die Mittel, welche für unser Erziehungswesen in Palästina notwendig sind, nicht in genügendem Ausmaß zur Verfügung gestellt werden. Es ist bekannt, wie die Tatsache, daß unsere Lehrer mit täglichen Sorgen zu kämpfen haben, auch auf den Unterricht einwirkt. Es ist darum zu begrüßen, wenn an die Lösung des Problems der Budgetierung des Erziehungs wesens herangeschritten wird. Eines steht fest: Es gibt in diesem Kongreß keinen ernsten Streit darüber, daß das Schulwerk bei der Exekutive, das heißt bei der Zionistischen Organisation zu verbleiben hat. (Lebhafter Beifall.) Aber, meine Damen und Herren, wenn es bei der Zionistischen Organisation bleibt, dürfen nicht die Formen der bisherigen Versorgung einfach so festgehalten werden, wie sie bisher bestanden haben. Und damit komme ich auf das, was meinem Herrn Vorredner ebenfalls wichtig war. Natürlich kann die Erziehung im Rahmen des zionistischen Budgets nur einen proportionellen Teil ausmachen. Es ist aber falsch, dies in proportionelle Verbindung zu 521