Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 511 (sequence 522)
- Language
- German, English, Hebrew
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Yellin Meine Herren, das Erziehungswerk in Palästina hat die Agadah und ihren erhabenen poetischen Geist wieder in unseren Unterricht einbezogen. Der hebräische Chinuch Palästinas hat nicht nur den palästinensischen Schulen, sondern auch den Schulen in allen Ländern der Diaspora neuen Inhalt gegeben (Beifall). Der hebräische Lehrer, meine Herren, war es, der für die Renaissance in Palästina kämpfte. Er kämpfte trotz aller Schwierigkeiten und Hindernisse, die ihm diejenigen bereiteten, die vor zwanzig und noch vor fünfzehn Jahren die für die Erhaltung der Schulen nötigen Mittel beistellten. In jenen Schulen war es der hebräische Lehrer, der alle seine Kraft der Erziehung der Kinder im national jüdischen Sinne widmete. Die Zionistische Organisation, die heute das hebräische Schulwerk in Palästina leitet, hat diesen Erfolg dem hebräischen Lehrer zu verdanken. Der hebräische Lehrer, der sich der Gesellschaft, die ganz Palästina mit ihrem Netz umspannte und dorthin eine neue fremde Sprache bringen wollte, widersetzt hat, er hat diesen Erfolg der Zionistischen Organisation ermöglicht. Der hebräische Lehrer hat dieser Gesellschaft seine Dienste versagt, verließ ihre Schulen, ohne sich um seine Existenz und seine Zukunft zu kümmern; dieser hebräische Lehrer ist der Schöpfer der neuen hebräischen Schule, auf die die Zionistische Organisation tatsächlich stolz sein kann, weil sie diese Schulen ausgebaut hat und dreizehntausend jüdischen Kindern Gelegenheit gab, in diesen Schulen ihre Erziehung zu bekommen. Meine Herren, diese Schulen gaben dem jüdischen Volke und der jüdischen Erziehungsarbeit in den Ländern der Galuth Inhalt und Seele. Sie waren es, die hunderte Lehrer nach der Diaspora sandten, um dort echt jüdischen Geist, Geist der Renaissance und des Zionismus, zu verbreiten. Diese Schulen haben sowohl den Kindern wie den Erwachsenen neuen Lebensinhalt gegeben. Und nun, meine Herren, wenn wir hier ohne Protest ruhig die Behauptung hinnehmen konnten, daß diese hebräischen Schulen in Palästina inhaltslos seien, dann zeigt das, wie wenig wir die Leistung des hebräischen Lehrers bewerten und einschätzen können. Meine Herren, eines noch möchte ich sagen: zwischen demjenigen, der von der Inhaltslosigkeit unserer jüdischen Schule sprach, und dem Präsidenten des Kongresses, der eine Lobeshymne auf die hebräischen Schulen in Palästina angestimmt hat, ist nur ein kleiner Unterschied, und zwar daß derjenige, der an die Inhaltslosigkeit der hebräischen Schule glaubt und der Meinung ist, es gäbe keine richtige Erziehung in Palästina, keine unmittelbare Kenntnis der hebräischen Schulen in Palästina hat, während der Präsident des Kongresses uns sagte, er sage, was er selbst gesehen hatte (Beifall). Meine Herren, wir wissen, was der hebräische Lehrer in den letzten Jahren bei seiner großen Erziehungsarbeit in der Galuth und in Palästina zu ertragen hatte. Es ist allgemein bekannt, daß die Lehrer im Laufe dieser Zeit unter mangelhafter Bezahlung 511