Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 510 (sequence 521)
- Language
- German, English, Hebrew
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15. Sitzung: Kulturdebatte jüdischen Volkes haben und so werden wir dem Judentum der Welt neues Leben, neue Tatkraft und neues Ansehen verschaffen. (Stürmischer, sehr lang andauernder Beifall.) Vorsitzender Vizepräsident Dr. Klumel (welcher während der vorstehenden Red« den Vorsitz übernommen hat): Das Wort hat Herr Yellin. Mitglied des Actions-Comites David Yellin (hebräisch): Ich habe die Rede des Präsidenten des Kongresses, die eine Lobeshymne auf die Erziehungsarbeit im Lande war, gehört, und es hat mich mit Freude erfüllt, daß er schließlich doch die Erziehungsarbeit und diejenigen, die sie in Palästina leisten, verteidigt hat, daß sich doch jemand gefunden hat, der es als seine Aufgabe betrachtete, für den hebräischen Lehrer, der seit einer Generation aufopferungsvoll und mit Aufbietung all seiner geistigen Kräfte arbeitet und der uns das heutige hebräische Palästina gegeben hat, einzutreten. Der Redner hat insbesondere ein Problem eingehend behandelt, und zwar die Wiederbelebung der hebräischen Sprache und die Bedeutung der Schulen für die Wiederbelebung und das große Wunder der Wiedererstehung der hebräischen Sprache. Meine Herren, ich möchte eine andere Seite des Erziehungsproblems in Palästina würdigen. Es ist wahr, daß die Erziehungsarbeit im Lande uns die lebende hebräische Sprache gebracht hat. Wären nicht die Volksschulen und die Kindergärten ciagewesen, die das gesprochene hebräische Wort unter den Familien verbreiteten, ohne die Mittelschulen und ohne die Tausende junger Leute in Palästina, die die Sprache wiederbelebt haben, dann hätten wir heute nicht die Möglichkeit zu behaupten, daß der Jude in Palästina hebräisch spricht. Das ist wahr, aber der Chinuch hat die zweite große Leistung vollbracht, und zwar hat der Inhalt des Unterrichtes eine nationale Form erhalten. Wenn wir heute einen nationalen Unterricht in der Geschichte unseres Volkes vom Anfang des Volkswerdens bis zum heutigen Tage haben, eine Geschichte, die dem Kinde von seinen Ahnen und von seinem Volke im Laufe von Jahrtausenden erzählt, dann haben wir es dem hebräischen Chinuch zu verdanken. Die hebräische Erziehungsarbeit in Palästina gab uns auch Kenntnis des Landes. Verdienst des jüdischen Schulwerkes ist es, daß tausende Kinder das Land von Dan bis Beerschewa durchmessen und so alle Teile kennen lernen, daß so das Gefühl der Verbundenheit der Kinder mit dem Lande gestärkt wird. Und so, meine Herren, können wir sehen, daß sich der heutige Jude Palästinas, der die Thora und die Propheten liest und mit seinen Augen die Verwiklichung der Prophezeiung zu sehen glaubt, als Sohn seines Volkes fühlt, weiß, warum er Jude ist, warum er in Palästina ist und weshalb er am Aufbau des Landes arbeitet. Das ist es, was uns das hebräische Erziehungswerk gegeben hat (Beifall). 510