Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 509 (sequence 520)
- Language
- German, English, Hebrew
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Sokolow Auferstehung einer Nation. Die Materie bietet uns Schwierigkeiten jeder Art; nur durch die Ueberlegenheit des Geistes und durch einen starken nationalen Willen können wir sie überwinden. Diesen Geist und diesen Willen können wir im Grunde nur von der Erziehung und der Kraft der Sprachgemeinschaft, die zu nationaler Ideengemeinschaft führt, erwarten. Der Zionismus ist kein mechanisches Werk; er ist ein organischer Prozeß. Die wirkende Geschichte liebt das Organische und nicht das Mechanische, und wenn ein Mechanisches, das sie gemacht hat, nicht zum Organismus werden kann, läßt sie es wieder zerfallen. Somit ist das Problem, das Nationalheim in Erez Israel zu einem geistig selbständigen, das Judentum und den Hebraismus verkörpernden Organismus zu machen, unser Lebensproblem. Je markanter unsere nationale Individualität in Erez Israel sein wird, je mehr Kulturwerte eigenen Charakters sie schaffen wird, desto origineller, erziehender, inhalts- und einflußreicher wird das Nationalheim, desto größer werden seine Wirkungen auf die ganze jüdische Diaspora, desto sicherer und geachteter wird seine Stellung in der Kulturwelt und auch in der großen politischen Welt. All dies hängt mit unserer Kulturarbeit in Erez Israel, d. h. mit Erziehung und Hebraisierung eng zusammen. Politische Erfolge und unsere Kulturarbeit bedingen sich gegenseitig, das eine ist ohne das andere nicht gegeben. Ich gelange zum Schluß: es ist unsere Aufgabe, nicht nur die schon bestehenden Schulen zu erhalten, sondern das Schulwerk zu vergrößern, und zwar nicht nur die Zahl der Schulen zu vergrößern, sondern sie qualitativ auszugestalten und zu vervollkommnen und auch dafür zu sorgen, daß sie sich nicht wie jetzt oftmals in Schlupfwinkeln und armseligen Häusern befinden. Ich hoffe, daß der Tag kommen wird, wo wir in Erez Israel hunderte von schönen Häusern haben werden, die schönsten Häuser im Lande, und das werden die Schulen des „Am Hasefer" (des Volkes des Buches) sein. Und das hat noch eine Bedeutung, denn dann werden wir das wirkliche Heim des 509