Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 503 (sequence 514)
- Language
- German, English, Hebrew
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Sokolow begriffen, wie jüdische Art, Selbstbewußtsein und ähnliche fremdsprachige Substantive Abstraktionen, die man auf hundert verschiedene Arten deuten kann. All das war — in den ersten Jahren des Zionismus — Literatur. Jetzt haben wir diese jüdische Eigenart konkretisiert als ein Stück Leben: Hebräisch, ein großes Schulnetz! Außerdem, meine Herren, möchte ich Ihre Aufmerksamkeit noch auf eine Angelegenheit, die im Zusammenhange mit der Entwicklung Palästinas steht, lenken. Ich möchte Ihnen die Tatsache zu Gemüte führen, daß diese Angelegenheit, die man „Chinuch" (Erziehung) nennt, die ich aber Erziehung und Wiederbelebung der Sprache nenne, im zionistischen Budget eine hervorragende Stelle einnimmt; und wenn man für diese Arbeit eine große Summe aufwirft, 'dann hat das der Kongreß als etwas Selbstverständliches aufzunehmen. Es ist eine Belastung des jüdischen Volkes, aber eine fruchtbringende Belastung, die das jüdiche Volk mit dem Glücksgefühl der Pflichterfüllung und mit anerkennendem Verständnis tragen wird, wenn ihm der Zionistenkongreß mit tiefer Ueberzeugung und klarer unzweideutiger Bestimmtheit erklärt, daß dieses große Werk eine Lebensnotwendigkeit der Nation ist. Die vorhergegangenen Kongresse haben die Wichtigkeit dieser Arbeit erkannt, ohne daß man es ihnen zuerst lang und breit erklären mußte. Was ist in der letzten Zeit Neues vorgegangen? Es ist allen bekannt, daß dieser Kongreß ein Kongreß der Alijah ist, und die „Alijah" ist in der letzten Zeit sehr gestiegen. Es ist nun selbstverständlich, daß sich die Einwanderermassen nicht nur aus Ledigen zusamensetzen, sondern auch einige tausend Familien umfassen. Deshalb frage ich nun die verehrten Kongreßmitglieder: Haben Sie sich über die Vorgänge in Palästina Rechenschaft gegeben? Viele hat angesichts dieser Masseneinwanderung Angst ergriffen — ich will nicht Panik sagen, denn das ist ein zu starkes Wort; aber man kann nicht leugnen, daß eine gewisse Angst die palästinensische Oeffentlichkeit ergriffen hat. Und deshalb so manche höhnischen Anspielungen, die wir 503