Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 504 (sequence 515)
- Language
- German, English, Hebrew
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15. Sitzung: Erziehungsreferat von der Kongreßtribüne hier gehört haben und die ich sehr bedauere, weil sie nicht der Wirklichkeit entsprechen und nur eine Folge des Angstgefühls sind, das sich unser angesichts dieser Masseneinwanderung bemächtigt hat. Ich möchte nun einmal die Ursache dieser Stimmung herausfinden. Warum sagt man, daß der Mittelstand an dieser Lage schuld ist? Wir haben immer einen Mittelstand gehabt, der in der Diaspora für die Erhaltung unseres Volkstums in der Form der Gemeinden Großartiges geleistet hat. Wir würden uns sehr freuen, wenn die Mehrzahl unseres Volkes Arbeiter werden sollte — aber sollte auch der Arbeiterstand noch so groß werden, und wir wünschen es unbedingt, — wir werden immer noch einen großen und zahlreichen Mittelstand haben, und es ist gar kein Grund vorhanden, aus dieser Tatsache eine Angststimmung abzuleiten. Die Angst ist daraus zu erklären, daß es in Erez Israel eine gewisse Methode, ein gewisses System gibt, daß die ersten Einwanderer, die nach Palästina kamen, einer gewissen Gesellschaftsschichte entstammen, und zwar sind es die Gebildeten Erez Israels, die Lehrer und Arbeiter, die den gebildeten Stand Palästinas bilden, diese ersten Idealisten, die der geistigen Sphäre entstammten. Nun also ist die Wiederbelebung der hebräischen Sprache in Erez Israel und das, was in Erez Israel in der letzten Zeit geschaffen wurde, und zwar die Wiederbelebung der Sprache, wie wir sie in den Schulen unter den Kindern, die alle hebräisch sprechen können — all das, was die Lehrer und Arbeiter mit schweren Opfern geschaffen haben, ist durch die Masseneinwanderung in seinem Bestände in Frage gestellt. Denn eingewanderte Massen mögen zwar die Wichtigkeit dieser Gebiete verstehen und die Absicht mag ihnen fernliegen, zu schaden, trotzdem besteht eine Gefahr in dem Umstände, daß es ihnen an der nötigen Vorbereitung fehlt. Vor allem drängt sich die Frage auf, ob sich wohl Juden finden lassen, welche in höchster Selbstlosigkeit und mit heiliger Zusammenfassung aller ihrer Kräfte auf die Dauer tätig sein können, lediglich um ihre elementa- 504