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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1926-01-01 · 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925 · p. Seite 500

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
Date
1926-01-01
Page
Seite 500 (sequence 511)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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15. Sitzung: Erziehungsreferat gen schwelgen und von vollständiger Freiheit mit einem Schlag, wie „Deux ex machina" träumen und sagen: Gebt uns das jüdische Land, gebt uns ein wirkliches Erez Israel, von dem wir träumen! Ich begreife diese Sehnsucht — es ist blödsinnig, dieses Verlangen, von dem jeder von uns durchglüht ist, als Sonderbestreben einer Gruppe zu stempeln —, aber wir müssen doch diese Forderungen in ein allgemein verständliches Arbeitsprogramm übersetzen und uns die Frage stellen: Was ist ein wirkliches Erez Israel, was ist jüdische Freiheit und wie kann man sie stufenweise verwirklichen? Sehnen wir uns nach Militär, nach Macht und ähnlichen äußerlichen Dingen? Nein, wir sind nicht so anspruchsvoll, unsere Sehnsucht nach diesen Errungenschaften ist sehr gering. Wir waren seit jeher und bleiben für immer ein Volk des Geistes und werden unseren nationalen Charakter nicht verleugnen oder vertuschen. Das ist der Sinn unseres Kulturzionismus. Wenn wir einen Judenstaat anstreben, so verstehen wir darunter ein Friedensreich, und in einem solchen Reiche gibt es ein für uns großes und sehr wichtiges Arbeitsgebiet, und das ist das Gebiet der Erziehungsarbeit. Diese Arbeit hat auch einen sehr großen Einfluß auf die Entwicklung des Landes. Auf diesem Gebiete aber, meine Herren, haben wir ja ein Stück Unabhängigkeit und können sie verwirklichen, wenn unsere Ausdauer unsere Begeisterung begleiten wird. Meine Herren! Auf jedem Gebiete soll man ein Ideal aufstellen. Mein Ideal in der Erziehungsfrage ist folgendes: Unentgeltlicher und obligatorischer Unterricht — obligatorisch auf den niedrigen Stufen, unentgeltlich auch auf den höheren. Obligatorischer Elementarunterricht — das ist das Recht des Kindes, das noch heiliger ist als das der Eltern und das mit dem Rechte der Nation vereinigt ist. Das ist nach meiner Ansicht das Ideal einer Erziehung: eine große öffentliche Erziehung, geleitet vom Nationalheim, beginnend vom Kindergarten und aufsteigend zum Lehrerseminar, ja zur Universität. Die Pforten des Wissens breit geöffnet für alle Lernbegierigen. Keine Kwuzah ohne eine kleine Schule, keine Stadt ohne Mittelschule, 500

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