Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 493 (sequence 504)
- Language
- German, English, Hebrew
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Sokolow und ist so ein immer erneuertes nationales Kunstschaffen. Die gleiche Kulturentwicklung zusammenlebender Menschen, die enge Verbindung durch die Gemeinsamkeit der Interessen, die unzähligen Merksteine der sichtbaren Welt, in welche ihr Erkennen, Wollen und Handeln sie verllicht, sichert ihrer gemeinsamen Sprache ein tiefes, wirkliches Verständnis. So wird das Volk vom Grunde aus national-lebendig. Verfallen Sie, bitte, nicht in den Fehler der ersten Kongresse, die der Meinung waren, daß, wenn wir in fremden Sprachen sprechen, die Völker uns eher verstehen. Nicht alles, was wir der Welt in fremden Sprachen sagen, hat Wert; aber das Wenige, das wir der Welt gegeben haben, ist in hebräischer Sprache geschrieben. Die Bibel ist in alle Sprachen der Welt übersetzt worden, und die Bibel gehört uns, und sie ist hebräisch und kann am besten in ihrer Ursprache, die jetzt wieder die Sprache Palästinas geworden ist, verstanden werden. (Bravorufe). Ich möchte auch, meine Herren Kongreßdelegierte, daran erinnern, daß ihr mehr auf die Grundsätze unserer Arbeit achten sollt, als auf die nebensächlichen und zufälligen Erscheinungen der Tagespolitik, deren Bedeutung so furchtbar übertrieben wird. Es gibt auch eine innere produktive und kulturelle Politik, und auf diesem Tätigkeitsgebiete können wir fast alles tun, ohne von jemandem gestört zu sein. Wirkliche Fortschritte in der politischen Situation erreicht man durch die erdrückende Wucht geschaffener Tatsachen. Die Frage der Erziehungsarbeit in Erez Israel ist keine Schulfrage im landläufigen Sinne dieses Wortes, sondern es ist das die Frage der Wiederbelebung der hebräischen Sprache, die eine notwendige Vorbedingung eines Jüdischen Nationalheims ist. Und wenn wir von diesem Gesichtspunkte ausgehen, können wir unserer Zufriedenheit mit dem erzielten Erfolge Ausdruck geben. Es ist noch nicht der Zeitpunkt gekommen, unsere Köpfe zu bekränzen, unseren Sieg zu feiern und auf den Lorbeeren zu ruhen. Dieser Zeitpunkt wird noch sehr lange auf sich warten lassen, denn wir haben kaum 493