Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 444 (sequence 455)
- Language
- German, English, Hebrew
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Sitzung: Palästinadebatte auch ein hoher bleiben. Nehmen Sie den günstigen Fall: ein Mann hat die Hälfte, das heißt von den 1100 Pfund, die wir für Boden und Ansiedlung brauchen, 550 Pfund. Ich habe jetzt sehr viele Erfahrung auf diesem Gebiete gesammelt und gesehen, daß die Leute wirklich glauben, Sie haben 550 Pfund beisammen, wenn sie noch in Polen sitzen. Wenn sie aber in Palästina ankommen, sind durch viele unglückliche Ereignisse diese 550 Pfund auf 200 oder 300 Pfund zusammengeschrumpft. Also, wir können auch von diesen Leuten mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln bestenfalls statt 30 eben 50, 100, 200, 300 Menschen ansiedeln. Das ist ja auch noch gar nicht ein so gewaltiger Unterschied in unserem Siedlungswerke. Ich sehe nicht ein, daß hier ein so gewaltiger Unterschied in den Resultaten ist, die aus dem Rezept des Herrn Levite hervorgehen, gegenüber dem, was wir jetzt machen. Es ist das Schlimme, daß hier fortgesetzt Angriffe gegen die Exekutive gerichtet werden, die sich gegen etwas ganz anderes richten sollten: gegen Mangel an Geld, der bei der Exekutive herrscht. Es liegt bei ihr weder gutes noch schlechtes Wetter zu machen, noch kann sie Geld ausgeben, das sie nicht bekommt. Darin liegt die Wurzel aller Unzufriedenheit. Ich teile Ihre Unzufriedenheit, schon deswegen, weil wir der vierten Alijah nicht das geben können, was wir ihr geben sollen. Aber, meine Herren, wir können aus einer leeren Kasse nicht Geld herausnehmen. Und wenn Sie sagen, wir haben das nicht vorausgesehen, meine Herren, so können wir sagen: Hätten wir mehr Geld! Und wir konnten es nicht voraussehen. Ich muß das doch mit einem Worte sagen. Meine Herren, in Polen war vor zwei Jahren eben noch die Inflation, und ein Mensch, der nach Palästina 500 Pfund bringen sollte, mußte in Polen, ich weiß nicht, ob Millionär oder Milliardär sein. Ich war zu dieser Zeit in Polen und habe in dieser Zeit mit dem Wunsche, möglichst viele Juden nach Palästina zu bringen, die Verhältnisse studiert und ich habe gesehen, daß bei den wenigsten dieser Wille war, in Palästina mit 100 oder 200 Pfund ein Bettler zu sein zur f 444