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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1926-01-01 · 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925 · p. Seite 443

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
Date
1926-01-01
Page
Seite 443 (sequence 454)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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Ruppin klarste Ausdruck des nationalen Willens. Ich bin sehr dagegen, wenn man für unsere Chaluzim Bewunderung hervorzurufen sucht, und die Chaluzim selbst sind mehr dagegen als ich, daß man erzählt, daß sie Opfer an Gesundheit und so weiter bringen. Meine Herren, ich habe von Chaluzim selbst nie etwas derartiges gehört. Wenn ich diesem Umstand trotzdem den stärksten Ausdruck gebe, so ist es, weil diese Chaluzim ihr ganzes Leben hindurch Dinge auf sich nehmen, die gegen ihre privaten Interessen sind, die aber im nationalen Interesse notwendig sind. Nehmen Sie das so wichtige Prinzip der Eigenarbeit. Es wäre selbstverständlich für den Siedler viel besser, wenn er von Zeit zu Zeit fremde Arbeitskräfte benützen könnte. Natürlich, für seine Wirtschaft wäre es viel besser und bequemer. Warum tut er es nicht? Er tut es nicht, weil er fürchtet, daß, wenn man einmal damit beginnt, sich die Sache immer weiter ausdehnen wird und wir wiederum zu dem Zustande zurückkommen, den wir vor zwanzig Jahren verlassen haben, daß neben einem jüdischen Kolonisten oder Landeigentümer so und so viel mehr nichtjüdische Arbeiter stehen. Ich bin kein großer Kenner des Talmud, aber es scheint mir, daß es ein Wort gibt: „Mache einen Zaun um die Thora". Nach diesem Grundsatz handeln unsere Chaluzim, machen eine Arbeit, die sie selbst so quält und jede fremde Arbeit ausschließt, obwohl es vielleicht möglich wäre, daß es Ausnahmen gebe. Ich wäre für Ausnahmen. Ich stimme nicht überein mit dem Prinzip der Selbstarbeit in diesem strengen Sinne. Aber der Gedanke, der aus diesem Prinzip hervorgeht, ist vom nationalen Standpunkt aus durchaus nicht zu mißblligen. Herr Levite hat hier gewünscht, daß wir nicht selbst kolonisieren, daß wir nur Kredit geben sollen. Ich bin dafür. Nur müssen Sie sich darüber klar sein, daß Sie nicht das erreichen, was Sie erreichen wollen. Die bemittelten Leute, die jetzt aus Polen nach Palästina kommen, sind ja nicht Leute, die die ganzen Mittel haben, sie haben einen Teil, die Hälfte, manchmal nicht die Hälfte. Der Kredit, den wir an diese Leute geben müssen, wird also 443

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