Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 442 (sequence 453)
- Language
- German, English, Hebrew
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11. Sitzung: Palästinadebatte beraten, um eine Regelung der Arbeitsverhältnisse durchzuführen. Als Vorsitzender dieser Kommission kann ich Ihnen sagen, daß es in keinem Lande der Welt möglich wäre, daß Arbeitgeber und Arbeitnehmer so zusammensitzen, wie man hier zusammengesessen hat, wo die eine Seite die Bedürfnisse der anderen so verstanden hat. Wir haben von ungefähr 25 verschiedenen Paragraphen, die uns zur Diskussion standen, 24 zu Ende gebracht. Und es ist bedauerlich, daß durch Abreise von einigen Mitgliedern die letzte der Fragen — die der Annahme von Massenverträgen qualifizierter Arbeiter und Arbeitsnachweise — noch nicht zu Ende geführt wurde. Aber da das Vertrauen vorhanden ist, hoffen wir, daß wir auch über diese letzte Frage hinwegkommen und in Palästina aus dem freien Willen sowohl der Arbeitgeber als der Arbeitnehmer ein Arbeitsgesetz schaffen werden. In keinem Lande der Welt ist so etwas möglich gewesen. Ueberall hat die Regierung, der Staat, eingreifen müssen, um diese Verhältnisse zu regeln. Ich hoffe, daß es in Palästina kaum dazu kommen wird, daß wir alle diese scharfen Gegensätze zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern wie in europäischen Staaten haben werden. Herbert Samuel hat in seiner Rede, die er beim Abschied auf dem Skopus gehalten hat, als einen Vorteil unseres Siedlungswerkes gerühmt, daß wir nicht nur auf die Rentabilität sehen wollen, sondern auch darauf, daß die Siedler sich glücklich fühlen. Meine Herren, psychologisch bemerkt, halten wir darauf, daß auch an anderer Stelle verstanden wird, daß wir in unseren Siedlungen verschiedene Momente zu berücksichtigen haben und daß doch der Siedler, daß das Glücksgefühl des Siedlers dabei nicht an letzter Stelle stehen darf. Man hat hier unser Siedlungswerk angegriffen. Es ist verschiedenes Richtige dabei. Ich habe nicht die Absicht, in der beschränkten Zeit, die mir zu Gebote steht, auf alle Einzelheiten einzugehen. Ich bin der Ansicht, daß die Siedlungen die stärksten nationalen Bollwerke sind, die wir in Palästina haben, der 442