Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 427 (sequence 438)
- Language
- German, English, Hebrew
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Sokolow Gleichberechtigung nicht nachgegangen sind, wie die anderen es getan haben, daß wir tiefer hineingeschaut haben in die jüdische Seele und in die der Nichtjuden als die anderen. Darauf haben wir ein Recht stolz zu sein, das ist Zionismus. Deshalb sagen wir: Da jetzt die Zeit gekommen ist, die wir vorausgesehen haben, so ist ein Kongreß zusammengetreten. Und das ist dieser Kongreß. Und dieser Kongreß soll ein Kongreß der Alij ah sein, ein Kongreß des Aufschwunges, ein Kongreß, der sich sagen sollte: Genug dieser Streitigkeiten, genug dieser kleinen Rivalitäten. Da ist ja gar keine Rivalität. Da soll ein wohl fundierter Ackerbau entstehen. Und neben ihm soll eine Industrie aufblühen. Und meinetwegen soll neben der Industrie und dem Ackerbau in jeder Stadt auch ein Handel bestehen, das sind keine Antithesen. Das sind die Buchstaben eines Alphabeths, das sind die Glieder eines Organismus. Und es wäre absurd, zwischen diesen Gliedern, zwischen diesen Bestandteilen eine gegenseitige Rivalität erblicken zu wollen. Nur die Kleinheit, die Schwäche unserer Arbeit ist der Grund dieser Reibungen, dieser Rivalitäten. Es gibt verschiedene Schattierungen unter den Juden, aber die waren immer da, die werden auch in Palästina da sein, als ein Nebeneinander, nicht als ein Durcheinander und Gegeneinander, wie man Proben davon gesehen hat. Wenn man darauf hinweist, daß nebeneinander eine Gruppe von frommen Juden leben kann und eine Gruppe von freigeistigen Juden, wenn das in einer kleinen Gruppe möglich ist, so kann es doch auch mit einer fünfhundertmal größeren Gruppe geschehen. Warum soll das unmöglich sein, daß man sich gegenseitig respektiert, daß man Not lindert? Unser Werk ist zugleich ein nationales und ein Werk der Hilfe. Jetzt ist die Zeit, daß sich das ganze Volk erhebe zu einem großen Beschluß, zu größeren Opfern, zur Vergrößerung der Zionistischen Organisation. Ist es nicht beschämend, daß nur einige hundert Delegierte hierher gekommen sind? Warum sind jetzt nicht tausende Delegierte gekommen? Wo sind die Stimmungen, von denen man uns überall erzählt? Fragen Sie jeden beliebigen Juden, ob er 427