Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 425 (sequence 436)
- Language
- German, English, Hebrew
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Sokolow ich will Ihnen diese Ziffern nicht wiederholen, weil meine Zeit beschränkt ist, aber ich verweise Sie auf das Protokoll und empfehle Ihnen eine aufmerksame Lektüre dieses Vortrages — und wenn er gesagt hat, er spreche in Namen von Tausenden, es geschehe ihnen ein Unrecht, so hat er Recht (Beifall); wenn er aber gesagt hat, wir Jemeniten werden so behandelt, weil wir schwarz sind, so hat er total Unrecht. Er wird nicht so behandelt, weil er schwarz ist; es wäre absurd zu denken, daß wir einen Unterschied machen nach der Hautfarbe unserer jüdischen Brüder. Aber die Tatsache bleibt doch bestehen, daß diese Tausende von Jemeniten zu Grunde gehen. Und da war keine Aufregung im Kongreß? Diese Aufregung habe ich nur dort gesehen, wo die Geister aufeinanderplatzten und wo man eine pikante polemische Phrase brauchen konnte, da flackerte es auf, da war etwas da, da konnte man sich erregen! (Beifall.) Das ist gar wohlfeil. Aber jetzt sind wir beim Kern der Frage. Hier liegt die Lösung, die Frage der Jemeniten liegt auch in unserer Hand. Nicht, weil sie schwarz sind, sondern weil wir nichts haben, leiden sie. Wenn wir diesen jemenitischen Forderungen nachgeben und nur den zehnten Teil davon lindern wollten, so müßten wir tun, wofür es im Hebräischen einen bekannten Ausdruck gibt: Dem einen wegnehmen, um dem anderen zu geben. Es hieße wegnehmen, Positionen reduzieren, die an sich schon minimal sind. Und unter den Telegrammen, mit denen man uns hier bestürmt, interessieren mich weniger die Begrüßungen. Aber es liegt hier ein Telegramm aus Teheran von den persischen Juden. Ein Telegramm, daß man mit großer Mühe entziffern mußte. Da handelt es sich um persische Juden, die gehört haben: Jesch maschiach lejisrael. Diese Juden aus Persien kommen und fragen: wir sind Juden, unser sind wenige, rettet uns. Muß ich Sie an die Botschaft aus Georgien erinnern oder an den Jammer in Polen? Das sind keine Zeitungsnachrichten, verehrter Kongreß, die ich Ihnen vorführe, das ist keine Phrase, was Sie hören. In Polen herrscht gradezu eine Epidemie. Ich war nach meinem Besuch in 425