Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 423 (sequence 434)
- Language
- German, English, Hebrew
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Sokolow nicht in Palästina existieren, die brauchen wir nicht in das neue Land hineinzutragen. Bevor ich die Vertreter der Parteien mit ihren Programmen hörte, hatte ich den Vorzug, mit den Leuten selbst zu sprechen, von Mann zu Mann, auch mit den sogenannten Luftmenschen. Ich bin überzeugt, daß dieser „Luftmensch44 nichts sehnlicher verlangt, als ein bodenständiger Mensch zu werden; das ist sein Ideal. Um eigenen Boden unter ihren Füßen zu spüren, würden sie auf jede Kombination der ausgesuchtesten Formen der kommunistischen Wirtschaft eingehen, ohne Eigentum, ohne Privateigentum, die ihnen nur die Möglichkeit gibt zu leben; das ist die allgemeine Tendenz rechts und links. Wir haben leider nicht die Möglichkeit, in den Kwuzoth so viele aufzunehmen; aber wenn Sie ein Plebiszit machen in Tel Awiw oder in Haifa oder noch früher, in Warschau oder wo Sie wollen, und die Juden fragen, und sie wirklich nicht nur befragen, sondern sie auf Herz und Nieren prüfen: so werden Sie sehen, daß das eigentliche Bestreben sämtlicher Juden der Welt ist, bodenständig zu werden. Und nun kommt Industrie, und die Sozialisten leisten Widerstand gegen verschiedene industrielle Unternehmungen und industrielle Projekte; das ist für mich eine Ueberraschung. Ich habe ja so vieles darüber gehört, man hört von zionistischen Kongressen und von Sozialismus, jeder von uns hat so viel gelesen, aber ich habe nie gelesen, daß Sozialisten gegen eine Industrie Stellung nehmen. Ueberall wird der Sozialismus gerade in den Städten entwickelt, überall stößt der Sozialismus auf die größten Schwierigkeiten gerade von Seiten der Ackerbaubevölkerung. Und deshalb frage ich Sie: Wenn wir vor der Möglichkeit stehen, daß eine neue Industrie geschaffen werden soll, wird dann der jüdische Arbeiter nicht bereit sein, zu arbeiten? Es wäre völlig verkehrt, dieser Erscheinung mit einem gewissen Argwohn entgegenzutreten und die Dinge so darzustellen, als ob wir zwischen zwei Antithesen stehen würden. Das Grundlegende ist das Budget, und das Budget wird die Antwort geben. In diesem Budget werden wir 423