Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1926-01-01 · 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925 · p. Seite 420

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
Date
1926-01-01
Page
Seite 420 (sequence 431)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
97% known words query
IRI
…/3476254-3476282--6130-3482276
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

11. Sitzung: Palästinadebatie Kongresse da, wo diese allgemeinen Probleme behandelt werden. Ich bin Zionist, und wem der Zionismus als Ideal allein nicht genügt, suche sich noch ein Ideal dazu; aber das ist ein bedingter Zionismus. Der Mensch, der Zionist als Mensch, der einzelne Zionist kann ebensogut ein frommer Jude sein oder ein freisinniger Jude, ein Liberaler oder ein Sozialist, und wir werden sie in Palästina haben; wir werden in Palästina verschiedene Parteien haben, und da kann man die Kämpfe ausfechten. Aber wenn Sie hier auf dem Zionistenkongreß beginnen, so müssen wir vorerst dafür sorgen, den Zionismus zu entwickeln, den Zionismus für sich, einen bedingungslosen Zionismus. Und uns Zionisten genügt unser eines Ideal, es ist groß genug, es ist schwer genug, um die höchsten, größten Opfer zu verlangen. Es soll von dieser Tribüne aus noch einmal betont werden: die grundlegende Arbeit in Erez Israel ist die Ackerbauarbeit. Der Jischuw war von Anfang an als eine Ackerbauarbeit gedacht. Es sind ganz neue Bestrebungen, neue Forderungen, daß man in den Städten etwas zu schaffen sucht. In der Assimilationszeit suchte der Jude immer einen Rechtfertigungsgrund für seine Existenz. Man sprach von einer Mission des Judentums und sah als diese Mission die Verbreitung des Monotheismus an. Man spricht auch jetzt zu viel von einer Mission des Judentums in der Welt. Daß von Erez Israel das große Wort hervorgehen wird, ist vielleicht unser letzter Traum, es ist Poesie, das kann man in Reden sagen, nicht in einem Programm. Wir haben nur eine Mission: zu existieren, sonst keine. Und wir halten vom Ackerbau so viel, weil wir mit ihm stehen und fallen. Die Periode der Chibbath Zion hat einen jüdischen Idealismus der Scholle entwickelt. Das ist ein natürlicher, ein großer Idealismus. Ich weiß nicht, ob es einen Idealismus der Industriearbeit gibt. Wir sehen in der ganzen Welt, daß der Bauer an seine Heimatscholle gebunden ist, daß er sich aufopfert für die Verteidigung dieser Scholle; und er wird von dieser Scholle nicht weichen. Das ist die Wucht des Bauernstan- 420

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.